Was ist da eigentlich passiert – und was liegt vor uns?

Die Auswertung des Bundes-Ko-Kreises der Emanzipatorischen Linken zum Bundesparteitag in Göttingen könnt Ihr hier nachlesen.

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One Comment on “Was ist da eigentlich passiert – und was liegt vor uns?”

  1. Harald sagt:

    Als Nichtmitglied der LINKEN verfolge ich die letzten Debatten mit erhöhtem Interesse. Ich finde den Vorstoß der emanzipatorischen Linken der Diskussion von Kommunikationsregeln und die Debatte um innerparteilicher Kultur außerordentlich wichtig. In der radikalen Linken hat zum Beispiel der Tabubruch der Ausübung von Gewalt in der politischen Auseinandersetzung untereinander immer schwerwiegende Folgen gehabt, Auseinandersetzungen eskaliert und unlösbar gemacht. Wenn die Linke selbst bürgerliche Verkehrsformen unterschreitet, und beispielsweise Mobbing akzeptiert oder bewußt praktiziert wird, verliert sie selbst an Legitimation für ihre Behauptung „anders zu sein“ .
    Mir fehlt in eurem Kommentar und Vorschlag jedoch der Bezug auf die inhaltlichen Differenzen, die tatsächlich bestehen, und wie mit ihnen umgegangen werden soll und kann –
    ein Appell an Gemeinsamkeiten, Sachpolitik zu betreiben oder die inneren Streitigkeiten einzustellen ist meiner Ansicht zu kurz gegriffen. Die unterschiedliche Positionierung zum israelischen Staat ist sicher ein besonders schwerwiegender Konflikt – meiner Ansicht nach liegt sehr viel Arbeit, Diskussion vor einer Linken, und letztlich kann es sein, dass Positionen unvereinbar bleiben werden. Linke Parteimitglieder, die mit der HAMAS und Hisbollah zusammenarbeiten, sind für mich „völlig außer Diskussion“, auf einem anderen Planeten der Politik – und dies zum Teil seit Jahrzehnten (von SAG, über LINKSRUCK zur LINKEN). Und auf der anderen Seite der Medaille die Politik der Israelsolidarität ehemaliger Antideutscher….warum hat es die LINKE nie geschafft eine Kampagne „Frieden für Israel und Palästina“ zu starten? Das hat mit Traditionen des Internationalismus zu tun (und auch die „antideutsche“Israelsolidarität ist da traditionell mit der Identifizierung mit einer (schwerbewaffneten) Partei als „Befreiungsbewegung“ „vom islamischen Faschismus“)- der Parolenwechsel des neuen Internationalismus von Frieden in Vietnam zu Sieg im Volkskrieg (für den Vietcong) war da paradigmatisch – und diese interantionalistische Tradition wirkt in der LINKEN unaufgearbeitet fort, obwohl dieser Internationalismus schon in den 70er Jahren in die Kritik und Krise geriet. Und weil die Friedensoption zwischen die Kriegsschreienden Pole geriet, die eine innerdeutsche Debatte aus der Gewalt- und Herrschaftsentwicklung im Nahen Osten machte. Wenn die LINKE tatsächlich eine Kampagne „Frieden für Israel und Palästina“ gemeinsam initiieren würde, dann hätte sie tatsächlich eine neue soziale Idee, meiner Ansicht nach ein überraschende Wendung der Geschichte gemacht, wenn die Idee von ganzen Herzen verstanden würde – natürlich löst ein Parolenwechsel nicht alle Implikationen, da ist viel historischer Sachverstand und Klugheit gefragt, von was hieße realpolitisch Frieden, bis zur feinsten Argumentation und Begründung – im Fokus die Schwierigkeit, Misstrauen zu beenden, die Grenzen zu überwinden – mich haben die gerade künstlersichen Initiativen wie das berühmte Orchester von Barenboim immer sehr berührt. Der Frieden hat Gegner, dies solltet ihr nicht vergessen, der Mord an Rabin 1995 war einer der markanten Ereignisse.
    Ich wünsche euch viel Erfolg!


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