Macht Ohne Herrschaft – wie sieht es da denn mit der Ema.Li selbst aus?

Für den 23. Und 24. Februar lädt die Ema.Li zur Konferenz „Macht ohne Herrschaft“ ein, da freuen wir uns mächtig drauf, das wird ein geiles Ding, da wollen wir nicht nur lernen, sondern auch tanzen.  An dieser Stelle schon mal Danke an Karsten Krampitz, den ehemaligen Kandidaten für den Parteivorsitz aus der Mitte der Partei, der mit seiner Kreativität und seiner Kompetenz einen massiven Beitrag zur Konferenz geleistet  und uns alle angespornt hat.  So, Karsten, das war es jetzt aber, mehr Lob wird hier auf dieser Website nicht kommen, sonst steigt Dir das noch in den Kopf.

Da die Konferenz nun vor der Tür steht, ist das ein guter Anlass, uns mal an die eigene Nase zu fassen. Ein möglicher Einstieg sind Daten und Zahlen (jaja, wir hören Euch schon jubeln):

Seit Oktober 2011 ist die Ema.Li um ca. 100 % gewachsen, was die Zahl der Mitglieder angeht. Wachstum ist ja (fast)alles auf diesem Globus, es gibt jetzt 229 Ema.Li Mitglieder bundesweit. Das ist ein wunderbarer Erfolg!

  • 19 Mitglieder gehören nicht der Partei DIE LINKE an, das entspricht 8 % aller Mitglieder
  • 16 % aller Mitglieder sind Frauen, bei den parteilosen Mitgliedern liegt dieser Anteil bei  26 % (Die Statistik ist hier aber noch etwas mau)
  • Von 21 % aller Mitglieder fehlt ein Mitgliedschaftsformular, Danke an alle die unserem Aufruf gefolgt sind, und sich nochmals per Online-Formular gemeldet haben; wenn wir mal wieder Zeit haben (ist ja alles Ehrenamt was wir hier treiben), dann schreiben wir die, von denen noch ein Formular fehlt, persönlich an, kann noch etwas dauern. Bis dahin, willkommen im Club der „sans papiers“ Ema.Lis.

Die weiteren Details entnehmt Ihr bitte dem PDF Dokument (hier druffdrücken).

Wir stellen aufgrund dieser Datenlage ein paar mehr oder wenig provokante Thesen (Hinweis: das sind keine formalen Beschlüsse unseres Ko-Kreises, gell) zur Diskussion auf:

  • Parteien sind für viele Frauen nicht attraktiv – Eine Partei ist eine Machomacherkracherwelt, wie wir aus eigener Erfahrung bestätigen können; das gilt auch für DIE LINKE, unser offiziell immer noch hoher Frauenanteil in der Gesamtpartei ist wahrscheinlich demographisch bedingt – und auch Frauen mutieren darin schnell mal zu Machos, wenn sie Pech haben.
  • Der (bei zugegebenermaßen schlechter Statistik) wesentlich höhere Anteil von Frauen unter den parteilosen Mitgliedern scheint diese These zu unterstützen.
  •  Trotz unseres hohen feministischen Anspruches gelingt es der Ema.Li bisher nicht, sich hier entgegen dem Trend zu entwickeln.
  • Vielleicht sollten wir, wie die Piraten das zu tun scheinen, das biologische Geschlecht dekonstruieren, aber das tut eventuell weh, da scheuen wir uns noch davor. (kann mir mal jemand sagen wie ich in diesem WordPress ein Smiley hinbekommen??? – Danke!)

Nun, was denkt Ihr?

Trotzdem ist die Lage alles andere als hoffnungslos. Aus dem im Oktober 2011 gewählten Ko-Kreis heraus waren wir von Anfang an bemüht, die Ema.Li „von unten“ über Landesverbände neu aufzubauen, eine Kopfgeburt war sie vielleicht 2009, erklärbar aus der damaligen Not heraus, aber das ist sie jetzt schon lange nicht mehr.

Es gibt mittlerweile einige neue Landesverbände, die ein eigenes Ema.Li Gesicht entwickeln. Unser Anspruch ist nicht Kontrolle über das, was da draußen in den Bundesländern passiert. Das können und wollen wir gar nicht leisten, das verbietet uns unser emanzipatorischer Anspruch. Wir sehen uns in dieser Hinsicht eher als organisatorische Klammer, die einen Rahmen und Hilfestellung anbietet, damit sich Menschen innerhalb dieser Ema.Li Struktur finden und vor Ort gemeinsam die Emanzipation des Menschen vorantreiben können. Wenn das klappt, befruchtet uns das in dieser Bundesstruktur auch wieder, wir treten also in eine Art gegenseitigen Lernprozess ein, auf Augenhöhe. Ein hoher Anspruch, der in der Realität ganz schön mühsam ist. Aber so langsam, Schritt für Schritt, geht da was voran, das ist zumindest unser Eindruck.

Trotz der massiven Unterrepräsentierung von Frauen in der Ema.Li Basis (im Ko-Kreis sind wir übrigens vier Männer und fünf Frauen, ein Hoch auf die Quotierung an dieser Stelle) sind die einzelnen Landesverbände völlig unterschiedlich gewachsen, Männer sind ja auch nicht alle gleich.

In einem Landesverband sind sehr viele aktive und gestandene Gewerkschafter am Tun und Machen, die gleichzeitig auch in anderen klassischen Strömungen (SL, AKL, FDS …) Mitglied sind (das ist bei der Ema.Li ja sogar gewollt), in anderen Landesverbänden kommen eher Menschen zusammen, die bei der linksjugend[´solid] aktiv sind und sich von daher schon kennen; in zwei Landesverbänden sind viele Ema.Lis schon in Amt und Würden in der Partei, und bei manchen Landesverbänden haben wir gar kein Gefühl was da passiert und wer Ihr seid, woher Ihr alle kommt und was Euch motiviert, das ist auch in Ordnung , macht einfach! Jeder nach seinen Bedürfnissen, jeder nach seinen Möglichkeiten.

In unserem Bundeskoordinierungskreis (ein geiles Wort, nicht wahr) rumpelt es ab und zu auch gewaltig. Das gehört aber auch zu einem emanzipatorischen Lernprozess dazu; keiner und keine von uns kann behaupten, dass er oder sie frei von Herrschaftsstrukturen im Kopf ist, geschweige denn in einem Umfeld tätig ist, das herrschaftsfrei funktioniert, schön wär’s. Was uns, so glauben wir, aber alle verbindet, ist das ernsthafte Bemühen, dass wir immer möglichst respektvoll miteinander umgehen. Wenn dann mal Konflikte aufbrechen,  weil der eine oder die andere oder beide Scheiße gebaut haben, dann ist das auch kein Weltuntergang und Anlass für einen brutalen persönlichen Krieg. Bisher haben wir uns auch immer wieder gefangen und sind gemeinsam gestärkt aus dem Schlamassel hervorgegangen. Und das ist ein kleines Wunder, gerade in dieser Welt. No shitstorms, das ist unser Motto.

So, summa summarum, wir freuen uns auf die Konferenz, bis dahin machen wir weiter dafür Werbung auf allen Kanälen, passt auf Euch auf, wo auch immer Ihr da draußen seid, und seid lieb zueinander.

Alles wird gut!

Die Jungs von der

Ema.Li Bund Redaktion

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2 Kommentare on “Macht Ohne Herrschaft – wie sieht es da denn mit der Ema.Li selbst aus?”

  1. Liebe Ema.Lis in den Ländern,
    Danke für Eure Fragen und Anregungen zu diesem Blog-Artikel. Eine Frage, die schon einige Male zurecht gestellt wurde, ist die Frage der formalen Anerkennung als Zusammenschuß und der Kriterien dafür:

    Bei der Anerkennung als Zusammenschluss gilt es zwischen der Anerkennung auf Bundes- und Landesebene zu unterscheiden.

    Auf Bundesebene brauchen wir – soweit wir das momentan auf Bundesebene wissen – 250 Ema.Li Mitglieder, die auch Mitglied der Partei DIE LINKE sind. Als bundesweiter Zusammenschluss ist die Ema.Li dem Parteivorstand mittlerweile offiziell bekannt gemacht worden, aber eben noch nicht formal auf Bundesebene anerkannt. Trotzdem haben wir mittlerweile schon ein kleines Budget (z.B. für Reisekosten der Mitglieder, wir konnten ja zur letzten BMV schon Reisekosten erstatten), das liegt glauben ich im Ermessen des Parteivorstandes.

    Auf Landesebene regelt die Landessatzung der Partei DIE LINKE die formale Anerkennung ihrer Zusammenschlüsse, und daher kommen wohl die Unterschiede. Jörn hatte sich mal die Mühe gemacht, das alles aus den diversen Landessatzungen rauszusuchen, aber nicht für alle Länder, daher auch die Lücken im PDF Dokument oben. In Berlin brauchte die Ema.Li z.B. die 0.5 % der Mitglieder (aus mindestens 5 Bezirken) für die Anerkennung, das hat bei den Berlinern auch zwei Jahre gedauert, also kein Stress.
    …

  2. […] Zahlen darin auch eine gewisse Aussagekraft, die Ihr ja gerne selbst mit unserer Analyse vom 17. Januar vergleichen könnt […]


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