Nach der Wahl in Niedersachsen – open space zur Diskussion

Das Wahlergebnis in Niedersachsen bewegt die Gemüter; über den Ema.Li E-Mail Bundesverteiler wird fleissig diskutiert. Solch ein Info-Verteiler ist aber dafür völlig ungeeignet. Daher stellen wir (die Web-Administratoren von www.ema.li ) einen Artikel in unseren Blog, zu dem Ihr Eure Kommentare abgeben könnt, wir moderieren alles durch, was sachlich, spannend, witzig, auch mal heftig, aber NICHT persönlich beleidigend, sexistisch … (ihr wisst schon) ist. Viel Spaß!

Um die Debatte zu starten, hier eine steile These aus der Web-Redaktion:

Das schlechte Wahlergebnis ist eindeutig auf die Machenschaften dunkler Mächte im Umfeld der Parteispitze und die vom Kapitalismus infiltrierten Medien  zurückzuführen (die schreiben uns immer tot), die Basis ist wie immer unschuldig, und wir sollten in Zukunft unsere potentiellen Wähler*innen noch eleganter beschuldigen. Was meint Ihr?

Dies ist kein Beschluß des Bundeskoordinierungskreises! – Das tun wir jetzt einfach, weil wir die Macht über die Website hier haben, wir wollen aber keine Herrrrrrrrrrrschaft! – Kommt am 23. und 24. Februar zur Konferenz Macht Ohne Herrschaft nach Berlin, ins Haus der Demokratie & Menschenrechte.

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9 Kommentare on “Nach der Wahl in Niedersachsen – open space zur Diskussion”

  1. ingrid sagt:

    Danke für diese Diskussionsmöglichkeit!

    Wo und wann allerdings genau Ihr (also Ihr vom Webteam) einschreitet, wenn über den Email- Verteiler diskutiert wird, verstehe ich nicht so ganz. (Ging nicht auch die Diskussion über die Teilnahme oder Nichtteilnahme an dem Rosa Luxemburg-Gedenken in allen Einzelheiten über den Email-Verteiler???)

    Zur Niedersachsenwahl speziell kann ich aus Rheinland-Pfalz wenig sagen, nur, es sieht augenblicklich bundesweit ziemlich mies aus.

    Direkt am nächsten Tag wurde von unserer Partei den Medien ein sogenanntes Spitzenteam präsentiert, das mich nicht überzeugt hat. Es fehlen einige der Öffentlichkeit bereits bekannte Namen, – mit immer neuen Gesichtern gewinnen wir die nächste Wahl auch nicht!

    Warum gehört nicht Katja und Bernd mit zum Spitzenteam dazu? Diese Frage hat mit erkennbarer Häme heute der Moderator im Morgenmagazin gefragt und Katja kam mit ihrer Antwort ziemlich angeschlagen rüber.

    So wird das bestimmt nichts, nicht in Niedersachsen und nirgendswo sonst.

    Ein Spitzenteam ist gut, aber bitte nicht immer in der Öffentlichkeit unbekannte, neue Gesichter! Die Partei sollte bereits bekannte, einmal von Parteitag gewählte und in den Medien bereits hervorgetretene Genossen unabhängig von inneren Querelen sichtbar für alle Wähler „nachhaltig“ unterstützen!

    Um überhaupt wahrgenommen zu werden von den Journalisten und von der Öffentlichkeit, braucht DIE LINKE viele Wiederholungen, – wir brauchen viele Wiederauftritte unserer bereits hervorgetretenen Spitzenpolitikerinnen!

    Ingrid Wiegel
    Ema.Li Rheinlad-Pfalz

  2. Siggi sagt:

    Hallo Bernd,
    danke für den Link, werde am Wochenende die dort zulesenden Artikel mal genauer unter die Lupe nehmen.
    @ Ingrid: Ob ein Spitzenteam aus Acht GenossInnen das richtige ist? Möchte hier gerne an 2002 verweisen, vierköpfiges Spitzenteam, kein Einzug in Fraktionstärke in den Bundestag.
    Aber nun ist 2013 nicht 2002 und DIE LINKE ist nicht die PDS, und das muss man auch in Niedersachsen so sehen, als PDS waren wir damals nur im 0 Komma bereich angesiedelt, jetzt sind wir auch das Kommunalwahlergebnis von 2011 zurück gefallen, nicht Klasse, aber es hätte auch noch schlimmer kommen können…..Laßt uns weiter für eine moderne, undogmatische, emanzipatorische, ökologische und linkssozialistische LINKE kämpfen, die ihren Platz in der Parteienlandschaft in Deutschland findet, im Bund wie in den Ländern.

  3. Bernd Wittich sagt:

    Wählerverluste in großen Städten – gab es da nicht unerträgliche Konflikte in den Kommunalparlamenten?

    Linken Wähler – Abwanderung ztu den Nichtwählern… DIE LINKE nur eine Durchgangsstation zum Nichtwählersein? Warum? Falsche Erwartungen an „durchschlagende“ soziale Wirksamkeit der Politik – jetzt – sofort? Falsche Versprechen oder falsche Erwartungsweckung bei WählerInnen der Linken?

    Wahlanalysen ohne den kritischen Blick auf den inneren Zustand der Partei? Mag sein, dass sich die Arbeit an einer solidarischen Linken nicht umgehend in Wählerstimmen umsetzt, aber der Umkehrschluss, es gäbe Wählerinnen und eine zu ihnen passende Politik ohne an der inneren Befreiung der Partei(mitglieder) von den Prägungen der Konkurrenzgesellschaft zu arbeiten gilt ebenfalls nicht.

    DIE LINKE und „ihre“ Nichtwähler – „finale Hoffnungslosigkeit“ , aber woher kommt diese? Unsere Linke ist, wenn man von der Rhetorik absieht, ein Booster der Alternativlosigkeit geworden, oder sehe ich da was falsch?

  4. Maximilian Kretzschmar sagt:

    Als Mitglied der Emanzipatorischen Linken sehe ich die „steile These“ der Web-Redaktion als symptomatisch an für den immer deutlicher werdenden WählerInnenverlust vor allem in den alten Bundesländern. Dort wo nix zu spüren ist von linksemanzipatorischen, sozioökologischen, undogmatisch und demokratischen neuen Ideen, Inspiration und Kreativität und ich mich eher intellektuell peinlich berührt fühle, wenn es zudem im Erscheinungsbild sehr vage und abstrakt gegen Spekulanten geht, gegen Kartelle böser Mächte, gegen „die da oben“ oder sonst welche Lager und dies seit Jahren gebetsmühlenartig wiederholt wird, kann Die Linke ihrem Namen nicht gerecht werden. Die Strömungen in der Linken, die Emali einbegriffen, sind nach innen gerichtet. 2007, als sie wie die Pilze aus dem Boden schossen, ging es um die Sicherung von Delegiertenmandaten und die Hegemonie in der Linken. Ich fürchte, darum geht es immer noch und das ist die Crux. Antikapitalistische Linke und Sozialistische Linke haben seit dem Wahlsonntag in NDS die Diskussion aufgenommen und streiten um die künftige Ausrichtung der Linken. Ich sehe die Argumente beider Strömungen mit Skepsis und denke, mit einer Bescheidung auf knapp über 3 Prozent derer, die baldigst verstaatlichte Betriebe und uns im Sozialismus wähnen, enden wir ebenso in der Sackgasse wie mit der Fokussierung auf die abhängig Beschäftigten und einer Ausrichtung auf „die breiteren Interessen der Lohnabhängigen“ und einem Ausschluss oder der Marginalisierung von der Lebenswelt und den Themen anderer, die eben erst erschlossen werden könnten als Milieus.

    Maximilian Kretzschmar, Dresden

  5. Siggi sagt:

    Ich weiß nicht wer von euch diesen Text kennt, wahrscheinlich nur die Niedersachsen und Bremer deshalb hier eine Analyse unseres Landesvorsitzenden Manfred Sohn:
    Neustart notwendig. Hauptlehren aus der Wahlniederlage der Linkspartei in Niedersachsen: Aufbau einer von der SPD unabhängigen Struktur auf der Basis einer gewachsenen Stammwählerschaft

    Niederlagen sind bessere Lehrmeister als Siege. Die Qualität einer Partei beweist sich nicht im Triumph. Sie beweist sich in ihrer Fähigkeit, Rückschläge so zu verarbeiten, daß sie Grundlage für künftige Siege sein können. Grundlage dieser Fähigkeit sind Schonungslosigkeit und Rücksichtnahme. Wichtig ist die Schonungslosigkeit, auch uns selbst… http://www.dielinke-bremen.de/nc/politik/debatte/detail/zurueck/debatte-neu/artikel/neustart-notwendig-hauptlehren-aus-der-wahlniederlage-der-linkspartei-in-niedersachsen-aufbau-eine/

  6. Dominic Heilig (Mitglied des Parteivorstandes): Den Vorhang aufstoßen
    30. Januar 2013

    Nicht erst das Abschneiden der Partei DIE LINKE bei den Landtagswahlen in Niedersachsen hat einige Mitglieder der Partei nachdenklich und besorgt zurückgelassen. Auch mich treibt vieles um. In dem folgenden Text habe ich versucht, einige dieser “Leerstellen” aufzuzählen. Darüber, so meine ich, sollte in den kommenden Wochen intensiv und mit vielen diskutiert werden.
    http://dominic.linkeblogs.de/pv2012/2013/01/30/den-vorhang-aufstosen/

  7. Siggi sagt:

    Interessanter Artikel auf der Seite des Prager Frühlings:

    So isses.
    Weder Regierungs- noch Wahrheitsfetisch: Die Kärrnerarbeit beginnt.
    Von Thomas Lohmeier und Jörg Schindler
    Das Ergebnis der LINKEN mit 3,1 % in Niedersachsen ist wahrlich kein Grund zur Freude und auch nicht schönzureden. Aber es ist auch nicht überraschend. DIE LINKE ist eine Partei links von der Sozialdemokratie. Sie hat von der Rechtsentwicklung bei Rot-Grün in der Zeit um die Agenda 2010 profitiert und war das Medium, in dem sich Protest gegen die neoliberale Politik artikulierte. Sie hatte prominente ÜberläuferInnen aus SPD und Gewerkschaften gewonnen und konnte glaubhaft suggerieren: Wer links wählt, wählt eigentlich die SPD. Christoph Spehr hat das schön zusammengefasst, indem er die Parteistrategie so beschrieben hat, das sie eine “imaginäre SPD” errichtet.

    Weiter: http://www.prager-fruehling-magazin.de/article/946.so-isses-die-kaerrnerarbeit-beginnt.html


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