Nach dem verflixten siebten Jahr: die Ema.Li vor ihrer dritten Etappe

future_

Hier in der Ema.Li-Redaktion hat uns ein sehr interessanter Gastbeitrag von anonymo_us zur bisher kurzen aber doch schon sehr ereignisreichen Geschichte der Ema.Li und darüber hinaus erreicht. Den wollen wir Euch nicht vorenthalten, hier ein Auszug daraus:

“ … Dies bedeutet gerade für DIE LINKE, wenn sie keine Medienpartei sein will, sondern Veränderungs- oder gar Mitgliederpartei, dass sie bei Strafe ihres Untergangs Politikformen entwickeln muss, die jenseits der großen Zeitbudgets von Hauptamtlichen, Arbeitslosen, RentnerInnen und StudentInnen liegen. Das ist absolutes Neuland und berührt Fragen innerparteilicher Demokratie zentral.

Bis heute ist kein Modell bekannt, das die Macht der Fraktionen über die Partei, und die der Hauptamtlichen über die wenigen freiwillig Engagierten begrenzen oder gar zurückdrängen könnte. Denn diese haben durch den privilegierten Zugang zu Informationen und zu den Medien etc. einen besonderen Ort, der ihnen eine erhöhte Verantwortung für ihr Verhalten abverlangt. Während weltweit in den Protestbewegungen Transparenz und Mitbestimmung gefordert und auf den Straßen und Plätzen gelebt wird, werden politische und personelle Entscheidungen innerhalb der LINKEN männerbündlerisch und intransparent bewerkstelligt.“

… den spannenden Beitrag könnt Ihr Euch hier als PDF runterladen und lesen …

Advertisements

10 Kommentare on “Nach dem verflixten siebten Jahr: die Ema.Li vor ihrer dritten Etappe”

  1. Benjamin Pape sagt:

    So, da es ja hier weitergehen soll, poste ich meinen Kommentar nochmal hier.

    Hi,
    ok, wo fange ich an.
    – zuerst mal: einige Sachen finde ich gut: verbindung Aufklärung und Gefühl usw. aber dann
    – aus der Anonymität heraus Transparenz zu fordern ist irgendwie ein Witz in sich.
    – einige Formulierungen finde ich ziemlich problematisch z.B. Leistungsrassismus … uff
    – wer schreibt so ???: das weitmöglichste Austragen, Anknüpfen an die Potenzen des Multitude, trotz ihrer modernen Corporate Identity, bei Strafe ihrer Gefährdung, zivile statt Konkurrenzlogik usw.

    Stimmt, diese Formulierungen sind überhaupt nicht elitär und/oder abgehoben…

    Grüße
    Ben

  2. JW sagt:

    „Anknüpfen an die Potentiale der Multitude“ ist, dachte ich, so eine Grundposition der Ema.Li. Und Leistungs- bzw. Nützlichkeitsrassismus ist leider Realität.
    Dieser ganze Beitrag ist aber sehr sehr spannend und hat einiges zu bieten. Fraglich finde ich jedoch ebenfalls, pauschal Mandatsträger der Partei als psychisch gestört zu bezeichnen. Wobei auch da eine ganze Menge Wahrheit drinsteckt und wohl auch ein Haufen Erfahrungsschatz. Wenn Menschen krampfhaft nach bezahlten Jobs in der Partei suchen und meinen, diese durch massive Postenbesetzung und Verbesserung ihrer eigenen Position in der innerparteilichen Aufmerksamkeitsökonomie ergattern zu können, ist das einerseits tragisch und in der Regel mit negativen Auswirkungen verbunden, andererseits an den Zuständen gemessen auch nachvollziehbar. Jeder muss sein Schäfchen ins Trockene bringen. Leider ist es tatsächlich so, dass einflussreiche Positionen bzw. bezahlte Jobs bei Partei und Mandatsträgern selten nach Qualifikation vergeben werden, sondern vielmehr nach Zugehörigkeit zu den richtigen Kreisen. Das fördert wiederum erstgenanntes Verhalten. Heraus kommt ein höchstens mittelmäßiger Parteiapparat, massive Unprofessionalität und Inkompetenz. Ema.Li sollte auch antreten, dies zu ändern. Leider ist auch die Ema.Li bzw. viele ihrer Protagonisten Teil dieses alles fressenden Apparats, der immer wieder Menschen versaut, und funktioniert in diesem. Dies gilt es zu überwinden. „Bezeichnend“ für diese Realität ist auch die Diskussionsrealität der Ema.Li bezüglich dieses Beitrags: Viel interessanter als der Inhalt scheint die Frage zu sein, wer denn hinter dem Text steckt. Dabei bringt Anonymität den Vorteil, dass sich mehr auf den Inhalt als auf die Person konzentriert wird. Zudem ist die Anonymität wohl auch nur eine Reaktion auf den Hexenkessel Parteiapparat, der ein paar kritische Sätze sofort mit ewig währender Strafe und den neuen Möglichkeiten des Shitstorms belegt.

    • Benjamin Pape sagt:

      Erst ein, zwei Sätze zum Stil: Ich finde, der Text klingt viel zu verkopft und weltfremd. Oder soll sich der Text nicht an normale Menschen richten z.B. auch an den sogenannten „Rest“.
      Ich bin der Meinung, das politische Texte aus der Linken insgesamt einfacher zugänglich und für jederman verständlich sein sollten. Das scheint mir hier nicht der Fall zu sein.

      Man kann nunmal nicht Transparenz fordern und dann anonym bleiben. Für eines muss man sich schon entscheiden.
      Ganz abgesehen davon wird durch die Art wie Anonymo_us geschrieben wird auch ein merkwürdiger Eindruck erzeugt: Anonymo_us= anonymo_wir. Das klingt so, als wenn mehrere das formuliert hätten. Abgesehen davon hat ein Mitglied des Bundes Ko-Kreises das über den Ema.li Verteiler geschickt. Muss ich denn wirklich erklären, wie das aussieht ?! (als Autor steht sogar:Emanzipatorische Linke)
      Wie gesagt, ich stimme einigem zu aber wenn man soetwas schreibt, dann gehen der oder die Autoren doch wohl davon aus, dass sie damit eine Debatte auslösen könnten und vielleicht sogar die Mehrheit von einem neuen Weg überzeugen können, also warum sich nicht offen hinstellen und sagen: Das ist meine/unsere Meinung !
      Ja klar, gut möglich das es ziemlich rau werden würde, es geht hier aber auch um wichtige Fragen, da sind harte Auseinandersetzungen normal. Wer sowas nicht aushalten kann, sollte vielleicht solche teilweise beleidigende und herabwürdigende Papiere nicht veröffentlichen.
      Der ein oder andere könnte auch vermuten, dass hier jemand seine Karrierechancen in der Linken nicht riskieren will…
      Wenigstens einer hätte sich hinstellen müssen (nicht unbedingt der Autor) und sagen müssen: Ich stehe hinter diesem Papier. Da das nicht geschehen ist, wird der Text, meiner Meinung nach, keinerlei Auswirkungen haben. Vielleicht wenn man ihn nochmal überarbeitet und sich mehrere offen dafür aussprechen.

      • linksleser sagt:

        Benjamin, als Autor steht bei *allen* Einträgen auf dem Blog „emanzipatorischelinke |“, denn das ist der/sind die admins, vermute ich mal. Daraus kann keine Identifikation von uns als Gruppe mit dem Text abgeleitet werden….

        In dem Text fehlen mir eklatant Vorschläge, wie denn die Partei oder andere Organisationen ihre Personalauswahl (aka Elitenselektion) konkret organisieren sollten. JW gebe ich recht: Oftmals erfolgt diese Auswahl nach (Strömungs-)Loyalität statt nach Leistung, wie ja in der Partei oftmals Kontrolle über Prozesse wichtiger ist, als (deren) Erfolg.

        Zur Anonymität. Ich vermute mal der/die/das Autor_innen wollen sich schlicht schützen. Innerhalb aller Organisationen und Firmen gibt es einen machtförmig hergestellten Zwang zur Loyalität, wer dagegen verstösst, bekommt Probleme.

  3. Krettzschmar, Maximilian sagt:

    Der Text ist in meinen Augen hinsichtlich dessen spannend, wie er a) anonymisiert eine verkürzte Erzählung vom Ende her erzählt (die so nicht stimmt -beispielsweise, was die Geschichte der WASG betrifft, b) dabei ein konstruiertes *3 Phasenmodell* präsentiert – nun ja: mit seltsamen psychopathologisierenden Annahmen (Partei=Apparat=Apparatschiks) und c) einen Ausblick offenbahrt ohne Strategie, ohne inhaltliche, thematische Anhaltspunkte und ehrlichgesagt: ohne emanzipatorischen Ansatz. Interessant ist, dass sich auch hier in den Kommentaren alles um eine personelle Diskussion dreht – wenns darum geht: Warum nicht offen angesprochen, konkret belegt?
    Und zu den stark angewachsenen Mitgliederzahlen in den letzten beiden Jahren möchte ich nur daran erinnern, dass außer BW und Berlin anscheinend alle Mitgliederzahlen bis 2011 flöten gegangen waren – vielleicht sind auch dadurch die enormen Mitgliederzuwächse erklärbar.

    • Hallo,
      nur kurz zu den Mitgliederzahlen: Die durch die Inaktivität der Jahre 2009 bis 2011 verloren gegangenen Erklärungen (es ist nur Papier verloren gegangen, kein Mensch) sind selbstverständlich nicht in unsere Wachstumsrechnung einbezogen. Dass ein reales Wachstum im großen Maße stattgefunden hat, ist schon absolut richtig. Das betraf Berlin und vor allem die westlichen Flächenländer, allerdings auch z.B. Brandenburg. Eine interessante Sache, diese Statistik.

  4. Max sagt:

    Viel Interessantes und viel schlechter Stil.

    Im Gedächtnis bleibt mir eine Aufforderung, die wir immer mit uns tragen sollten, nach mehr Organisation von unten nach oben und der stetigen Benennung von Intransparenz und Klüngelei; außerdem natürlich stets der Wunsch nach einer Verbindung mit den Bewegungen und Menschen „auf der Straße“.
    Andererseits sind die Aktiven in der EmaLi aktuell alles andere als Parteikader oder abgehobene Karrieristen. Das aktuelle Engagement zu würdigen wäre durchaus angebracht. Angesichts von dämlichen pauschalen Zuschreibungen an die ganze Partei wie „Sie ist momentan vor allem ein Anziehungspunkt für Menschen, die ihre narzisstischen Kränkungen oder ihre frühkindlichen Demütigungen über Machtphantasien und –spiele ausleben (wollen) und zweitens für jene, die schlicht und stellenweise verzweifelt und durchschaubar auf der Suche nach einer bezahlten Arbeit sind“, fällt es schwer, den Text als solidarische Kritik wahrzunehmen. Pöbeln kann jeder.

    Deswegen: Mitmachen, Bessermachen!
    Und danke für den Input.
    Max

    • Benjamin Pape sagt:

      Genau das ist mein Punkt. ich habe gar keine große Lust auf den Inhalt eines Textes konkret einzugehen, wenn sich der Autor/in so im Ton vergreift.

  5. Dominik Lehmann sagt:

    Auch wenn der Text einige Schwachstellen in der Partei klar benennt und Verbesserungen anmahnt, versagt er doch bei der Ursachenforschung für diese Problemlagen deutlich. Nicht nur schlechte Menschen und Pöstchenjäger versauen die Partei, die Ursachen für die steckengebliebene Entwicklung der Partei hat vielerlei Ursachen (Struktur, Ästhetik, Inhalte, Taktik, Demokratie). Probleme welche tatsächlich mit einer z.B. besseren innerparteilichen Bildungsarbeit (die Frage ist dann aber wer diese und mit welchem Inhalt organisiert) und Wahlverfahren das pures Mehrheitensammeln und Klüngelei erschweren oder unmöglich machen, zumindest verbessert werden könnten aber da ist doch noch mehr zu tun.

    Richtig finde ich es allerdings, dass sich die Ema.Li irgendwann wieder einmal zu Fragen wie der Taktik der Partei, innerparteiliche Demokratie und auch inhaltlichen Schwerpunkten äußern sollte. Der zarte Aufschwung nach Göttingen ist leider einer Art belauerndem Stillstand gewichen. Davon zeugt auch das 8-köpfige Spitzenteam, was durch die eigenwillige Lösung einer Spitzenkandiatur in Form einer Fußballmannschaft, noch jede Kleinstströmung in der Partei zufrieden stellen sollte.

    Ich finde Brief müsste dringend überarbeitet werden, aber die Intention, einen Wandel der Partei einzufordern unterstütze ich durchaus.

    MsG

    Dominik

  6. Hat dies auf Plattform libertärer Opportunisten rebloggt und kommentierte:
    Leider immer noch aktuell …


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s