Happy birthday, Ema.Li!

„Heaven is a place, where nothing ever happens” Talking Heads

Wir werden auch die Balance finden müssen, ein neues Projekt zu beginnen, ohne uns dadurch zusätzlich zuzukoffern und zu jenem Lebensstil beizutragen, der parteipolitische Aktivität für viele so unattraktiv macht. Wir wollen das Risiko eines solchen Versuchs eingehen. Das möchten wir gemeinsam tun.“  Aus dem Basispapier der Emanzipatorische Linken (Ema.Li): Anders leben, anders arbeiten, anders kämpfen – Für eine emanzipatorische Linke

Vor vier Jahren, am 23. Mai 2009, wurde die Emanzipatorische Linke formal als Strömung in und bei der Partei DIE LINKE gegründet, im schönen Haus der Demokratie und Menschenrechte in Berlin, das Kind hat heute also Geburtstag. Na dann „Prost“!  … Alles wird gut!

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Der fünfte Versuch?

Dominic Heilig vom Parteivorstand der Linken hat einen interessanten Vorschlag in den Ring geworfen: Die Linke möge sich für die Gründung einer neuen Internationale stark machen. Hintergrund sind die (neuerlichen) Auflösungserscheinungen in der II. Internationale. Dort hat die SPD jüngst ihren jährlichen Mitgliedsbeitrag von 100.000 auf 5000 Pfund reduziert. Die SPD als größter Beitragszahler der Sozialistischen Internationale dürfte dem Bündnis damit einen empfindlichen Schaden zugefügt haben. Gleichzeitig möchte Sigmar Gabriel die bereits als Kopfgeburt bestehende „Progressive Alliance“ stärken – ein Konkurrenzprojekt zur Sozialistischen Internationale.

Auslöser des Ganzen war die plötzlich publik gewordene Mitgliedschaft der Parteien nordafrikanischer Despoten in der Sozialistischen Internationale. Neben Gabriel fanden sich auch so illustre Gestalten wie Hosni Mubarak oder der tunesische Staatschef Ben Ali.

Der Neuanfang der „Progressive Alliance“ soll pompös beim hemmungslosen und kritiklosen Abfeiern der eigenen Geschichte zum 150-jährigen Bestehen der SPD (bzw. ihrer Vorläufervereine) am 22. Mai 2013 in Leipzig begangen werden.

Wer bislang dachte, die Sozialistische Internationale hätte sich im August 1914 aufgelöst, ist nun eines Besseren belehrt. Der Laden existiert noch immer und hat zumindest bis vor Kurzem noch den Anspruch auf das Siegertreppchen der Geschichte hochgehalten. Was ist nun vom Vorschlag zu halten, (wieder einmal) eine Gegengründung aus der Taufe zu heben? Nach der Kommunistischen Internationale und dem antistalinistischen Nachfolger dürfte das dann der fünfte Versuch sein, mal ganz abgesehen vom linkssozialistischen Londoner Büro, der EL oder diversen Scheinexistenzen einer Fünften Internationale in den Hirngespinsten trotzkistischer Freikirchen. Ein sinnvoller Vorschlag? Eine Totgeburt? Überflüssig? Die Kommentarspalte ist offen.

Wir dokumentierten hier einen kurzen Beitrag aus dem Neuen Deutschland:

Linken-Politiker Heilig für Gründung neuer Internationale

Linkspartei solle Initiative für weltweiten Zusammenschluss linker, progressiver, feministischer und sozialistisch-ökologischer Kräfte ergreifen

Berlin (nd). Die Linkspartei soll nach Ansicht ihres Vorstandsmitglieds Dominic Heilig die Initiative zu einem neuen globalen Zusammenschluss linker Kräfte ergreifen. »Die Entwicklung des Kapitalismus weltweit, die sich immer schneller drehende Spirale von Ausbeutung, Krisen und Kriegen verlangt geradezu von der Linken nach einer Bündelung ihrer Kräfte«, sagte Heilig dem »neuen deutschland«.

Auch angesichts der Entwicklungen in der Sozialistischen Internationale, die mit der von der SPD vorangetriebenen Gründung der Ersatzorganisation »Progressive Alliance« faktisch vor der Auflösung stehe, sei es »an der Zeit linke, progressive, feministische und sozialistisch-ökologische Kräfte weltweit zusammen zu bringen«, so der Politiker weiter.

»Der Weg für eine wirkliche Internationale führt über den Dialog«, sagte Heilig. Die Linkspartei als eine der stärksten linken Kräfte in Europa sollte dafür gemeinsam mit ihren internationalen Partnern den Startschuss geben. Ein neuer internationaler Zusammenschluss dürfe allerdings nicht auf Parteien beschränkt bleiben, so der Politiker weiter. »Die Europäische Linkspartei, das Foro Sao Paolo, soziale und andere regionale Zusammenschlüsse, wie die Bürgerbewegungen in den Favelas Südamerikas sind hier ein wichtiges Fundament, auf dem nun aufgebaut werden kann.«


Fulminantes Großessay von Michael Sandel: Wieviel Ungerechtigkeit ist gerecht?

Hans-Ulrich Wehler hat eine erschütternde Bestandsaufname der Ungleichheit in der Bundesrepublik geschrieben. US-Starphilosoph Michael Sandel fragt in einem fulminanten Großessay, was denn eine gerechte Verteilung wäre – und wie sich für sie argumentieren ließe. Der Standard (Wien) und Der Freitag (Berlin)

Robert Misik rezensiert das Werk des Amerikaners: „Wenn er in Harvard seine Vorlesungen hält, sind oft über tausend Studierende im Saal – und hunderttausende weltweit sind Online dabei oder sehen die Vorträge später auf Youtube. Spricht er in Peking oder Shanghai, dann sind die Säle auch voll. Michael Sandel ist der große Star der zeitgenössischen Philosophie. Die „Zeit“ nannte ihn unlängst den „wohl populärsten Professor der Welt“. Und wenn man sein Buch „Gerechtigkeit. Wie wir das Richtige tun“, liest, dann versteht man, warum das so ist. Es ist eine fulminante Anleitung dazu, die richtigen Fragen zu stellen – und zwar zu Themen, die uns in der täglichen politischen Diskussion anspringen.“ weiterlesen


Wenn schon Sitzungssozialismus, dann mit einer ordentlichen Mitgliederverwaltung

Wir haben nach sechzehnmonatiger Arbeit die Mitgliederverwaltung der Ema.Li nun endlich soweit aktualisiert, dass für alle Mitglieder ein Mitgliedsformular vorliegt und eine gültige E-Mail Adresse bekannt ist. In den letzten 6 Monaten haben wir daher alle Mitglieder, von denen noch eine E-Mail Adresse bekannt war, aber kein Formular vorlag, mehrfach angeschrieben und im letzten Anschreiben – mit Frist 30.04.2013 24:00 – darum gebeten, über unser Online-Formular nochmals formal beizutreten, ansonsten erlischt die Mitgliedschaft in der Ema.Li, wobei ein erneuter Beitritt ja jederzeit schnell über das Online-Formular möglich ist 🙂 . Durch dieses Vorgehen ist es uns gelungen, von den ursprünglich über 70 fehlenden Formularen auf unter 30 zu kommen. Danke an alle Mitglieder, die mitgemacht haben! Seit heute sind die Namen der letzten „halben Karteileichen“ und E-Mail Adressen aus unserer Mitgliederverwaltung gelöscht. Gleichzeitig traten in den letzten Monaten konstant drei bis sechs Menschen pro Monat der Ema.Li bei, das ist sehr ermutigend; in den letzten sechs Monaten gab es genau einen Austritt aus der Ema.Li. In Summe hat die Ema.Li nun 218 Mitglieder zum 30.04.2103. Die Übersichtsstatistik findet Ihr hier …

In 13 Bundesländern gibt es mittlerweile Ansprechpartner*innen der Ema.Li (entweder in den jeweiligen Landeskoordinierungskreisen der Ema.Li, den Landesgeschäftsstellen der Partei DIE LINKE oder Ema.Li-Mitglieder, die in Ihren Ländern einen Landesverband langsam und ohne Stress aufbauen wollen). Diese wurden ebenfalls über den aktuellen Stand der Mitgliederentwicklung in ihren Ländern informiert.

Damit haben wir ein großes Projekt erfolgreich beendet, das leider aufgrund der schlechten Übergabe an den momentan gewählten Bundeskoordinierungskreis notwendig geworden war. Von nun an stehen dem wahren Sitzungssozialismus Tür und Tor offen :-), und wie gesagt, der Beitritt in die Ema.Li ist kostenlos und tut überhaupt nicht weh, wir brauchen Euch!

Alles wird gut! … und nun raus zum 01. Mai!