Oskar Lubin erfindet den „Anarchopragmatismus“

Torsten Bewernitz rezensiert in der anarchosyndikalistischen Zeitung Direkte Aktion das Buch Triple A – Anarchismus, Aktivismus, Allianzen. Kleine Streitschrift für ein Upgrading von Oskar Lubin (Edition Assemblage, Münster 2013, 104 Seiten, Preis: 9,80 EUR. Er schreibt: „Fallen wir ruhig mal mit der Tür ins Haus, denn der Aufschrei ist vorprogrammiert: Im achten Abschnitt seiner Streitschrift fordert Oskar Lubin „solange das Parteiensystem besteht, eben trotz Stasi-Vergangenheit vieler Führungskader die Zusammenarbeit mit der Partei Die Linke zu suchen, wenn es um die Abschaffung von Hartz IV und anderer neoliberaler Zumutungen oder um die Durchsetzung der Vermögenssteuer geht“.
Das sind Töne, die man aus spezifisch anarchistischen Publikationen selten hört. Und Oskar Lubins Triple A – Anarchismus, Aktivismus, Allianzen ist sehr spezifisch anarchistisch. Der Autor baut seine gesamte Argumentation ausschließlich auf anarchistischen Schriften und Diagnosen auf. Wie kann man dann, so werden nicht wenige fragen, um Himmels Willen auf die Idee kommen, mit der Linkspartei zusammenzuarbeiten? Ist das nicht schon bei der Russischen Revolution, bei der deutschen Revolution, bei der Spanischen Revolution … schiefgegangen?!
Man sollte Lubin nicht falsch verstehen, dieses Missverständnis fürchtet er auch selbst und betont mehrfach, dass es sich eben nicht um einen Wahlaufruf handele. Aber: Es macht eben doch einen Unterschied, „an wen und wofür die Rosa-Luxemburg-Stiftung Stipendien verteilen kann […] oder ob Presseförderungen an feministische Zeitschriften gehen oder gestrichen werden, ob Frauenhaus-, Asyl- und Weltladeninitiativen Geld bekommen oder nicht“. Und daraus schließt Lubin eben nicht nur die Notwendigkeit einer punktuellen Zusammenarbeit mit der Linkspartei, sondern viel allgemeiner „mit Pro Asyl gegen die restriktive Flüchtlingspolitik“, „mit medico international und Südwind für linke Positionen in der sogenannten Entwicklungszusammenarbeit“, „Umweltstandards einfordern mit Robin Wood, BI Lüchow-Dannenberg“ usw. – kurz und gut, es geht um die im Titel der Schrift angemerkten „Allianzen“. Denn „ohne Allianzen – temporäre, zweckgebundene, strategische Bündnisse mit den Unzufriedenen etablierter Kräfte – drohen selbst die beeindruckenden Bewegungen plattgemacht und von noch regressiveren, konservativen Kräften erdrückt zu werden“.
Der ganze Text hier beim linken Zeitschriftenportal linksnet.de.

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