Out now: queer.macht.politik. Schauplätze gesellschaftlicher Veränderungen, Hamburg 2013.

Soeben ist das Buch  queer.macht.politik. Schauplätze gesellschaftlicher Veränderungen erschienen.  Es wird herausgegeben von Barbara Höll, Klaus Lederer und Bodo Niendel und enthält ein Geleitwort von Petra Pau (256 Seiten, 18,00 EUR).

Politik trifft Wirklichkeit
Die zentralen Forderungen der Schwulen- und Lesbenbewegung der letzten 30 Jahren sind bald erfüllt, doch das Ende einer emanzipatorischen Politik bedeutet das nicht. Queere Politikansätze wollen die Hegemonie der Heterosexualität unterlaufen und den Spielraum nicht-heterosexueller Praxen erweitern.
Die Herausgeber_Innen dieses Bandes agieren vor allem auf der Ebene der Parlamente. Sie kümmern sich um den gesetzlichen Rahmen, die Finanzierung von Projekten oder bspw. Die „Initiative für Selbstbestimmung und die Akzeptanz sexueller Vielfalt“ in Berlin. Parlamentarische Arbeit kann jedoch nur erfolgreich sein, wenn Handlungsfelder an der Basis eröffnet und erweitert werden, wenn sich im Bewusstsein der Mehrheiten etwas ändert. Davon berichten die Beiträge dieses Buchs. Sie zeigen, wie individuelles Engagement und organisierte Politik Hand in Hand gehen und skizzieren in ihrer Summe das Programm emanzipatorischer Politik von morgen.

[UPDATE] Soeben ausgeliefert wurde das Buch „Queer und (Anti-)Kapitalismus“ (mehr unten im Eintrag).

Termine für Buchvorstellungen sind noch am 5. September in Halle und am 14. September in Plauen. Genaueres hier. Erste, auch kritische Presseresonanz hier auf der Website des Verlages.

Inhaltsverzeichnis des Buches:
Petra Pau: Queere Einsichten und quere Ausblicke – Geleitwort
Barbara Höll, Klaus Lederer, Bodo Niendel: Schatz, wir müssen reden! – Vorwort
Broken Her* / His* story
Barbara Höll: Retrospektive Gedanken über schwierige Emanzipationen und Parlamentarisches
Jan Korte/Klaus Lederer: Blockierte Erinnerung – „Kriegverrat“ und Rosa Winkel
Michael Bochow: Dreißig Jahre Aidshilfen: Von den schwulen Gründungsjahren in eine queere Zukunft?
Susanne Stumpemhusen und Doro Zinke im Gespräch mit Klaus Lederer: „Ich glaube, da haben die männer dazugelernt.“
Lala Süsskind im Gespräch mit Klaus Lederer und Tobias Rieder: „Vielfalt ist leider noch lange nicht Normalität, auch nicht in Deutschland.“
Im Leben
Konstanze Kriese: Problemzone Mensch. Zum Verhältnis von sozialer Frage und queer-feministischer Politik
Hakan Tas und Bodo Niendel: Zur sexuellen und kulturellen Vielfalt
Anna Rinne: Vom transformatorischen Potential von Slutwalks. Mit Slutwalks zu einer von Sexismus freien, queer- und trans*freundlichen Gesellschaft?
Nico Schulte: „Im Abseits des Lebens“? Warum ich ein Buch geschrieben habe.
Tobias Rieder: Vielfalt vollendet? Die Initiative „Berlin tritt ein für Selbstbestimmung und Akzeptanz sexueller Vielfalt“
Klaus Lederer und Carsten Schatz: Vom Kopf auf die Füße. Anmerkungen zur Debatte um den Ausschluss der CDU vom Berliner CSD 2013
Gudrun Fertig: Queer Politics jenseits des Kaptalismus? Wie kann es gelingen, ein queeres Magazin zu machen und sich am Markt zu behaupten?
Und der Zukunft zugewandt – Sexuelle Politiken
Monika von der Lippe:MamaMama und PapaPapa – LINKE Perspektiven für Regenbogenfamilien
Klaus Lederer: Was kommt nach der „Homo-Ehe“?
Bodo Niendel: Den gerissenen Faden wieder verknüpfen. Anmerkungen zu queer.
Nancy Wagenknecht: Queere Kritik, queere Erfahrung und politisches Lernen.
Carsten Schatz: Happy End? Nachdenken über das Ende von Aids
Jan Feddersen: Queer leben – ist das schon politisch? Anmerkung zu Bürgerrechtlichkeit, Queer Politics und anderssexuellen Performativitäten?

Neues Buch Queer und (Anti-)Kapitalismus ist erschienen
Über queerfeministische Ökonomiekritik bzw. Kapitalismuskritik wird in emanzipatorischen Gruppen aktuell erfreulich viel diskutiert! Das Buch „Queer und (Anti-)Kapitalismus“ (Schmetterling-Verlag, Stuttgart, 160 Seiten / 12,80 EUR, ISBN 3-89657-061-7) ist ein Beitrag zur Debatte und soll einige Perspektiven eröffnen. Hier findet ihr den Klappentext: „Die ‚Erfolgsgeschichte‘ der bürgerlichen Homo-Emanzipation in den westlichen Industriestaaten während der letzten Jahrzehnte fällt mit der neoliberalen Transformation der Weltwirtschaft zusammen. Während vor allem weiße schwule Männer Freiheitsgewinne verbuchen, kommt es zu einem entsolidarisierenden Umbau der Gesellschaft, verbunden mit zunehmend rassistischen Politiken im Innern; zugleich dient der ‚Einsatz für Frauen- und Homorechte‘ als Begründung für militärische Interventionen im globalen Süden. Dabei waren es schon 1969 in der New Yorker Christopher Street „[S]chwarze und Drag Queens/Transgender of colour aus der Arbeiterklasse“, die den Widerstand gegen heteronormative Ausgrenzung und Gewalt trugen und «sich in Abgrenzung zu weißen Mittelklasse-Schwulen und [-]Lesben ‚queer‘ nannten, lange bevor deren akademische Nachfahren sich diese Identität aneigneten“ (Jin Haritaworn). Doch auch hierzulande sind es die queer People of Color, die aktivistisch wie theoretisch gesamtgesellschaftliche Perspektiven jenseits des gängigen Homonationalismus entwickeln.
Im Band betrachten wir die aktuell viel diskutierten Ansätze einer ‚queer-feministischen konomiekritik‘ vor dem Hintergrund queerer Bewegungsgeschichte. Wir zeigen mögliche Verbindungen zum ‚westlichen Marxismus‘ Antonio Gramscis, zum postkolonialen Feminismus Gayatri Chakravorty Spivaks, zu den ‚Eine-Welt‘-Konzepten von Immanuel Wallerstein und Samir Amin auf. Wegweisend ist für uns ein ntersektionales Verständnis, wie es Schwarze Frauen und queere Migrant_innen in der Bundesrepublik bereits seit den 1980er Jahren erarbeitet haben. Uns interessiert in diesem Band, wie Geschlecht und Sexualität – stets verwoben mit Rassismus – im Kapitalismus bedeutsam sind, sogar dort erst aufkommen oder funktional werden. Theoretisch, historisch und immer mit Blick auf Praxis untersuchen wir die Veränderungen der Geschlechter- und sexuellen Verhältnisse der Menschen unter zeitlich konkreten kapitalistischen Bedingungen. Wem nützen die geschlechtlichen und sexuellen Zurichtungen der Menschen im Kapitalismus, und was lässt sich aus den historischen und aktuellen Kämpfen für queere Kapitalismuskritik lernen?“

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