Still not loving Assad!

Die Linke Duisburg ist berüchtigt für ihr Fischen am rechten Rand. Zu einer „Diskussionsveranstaltung“, die krude Verschwörungstheorien verbreitet und das syrische Assad-Regime verherrlicht, hat sich die Ema.Li Nordrhein-Westfalen kritisch geäußert.

Emanzipatorische Linke

Zutiefst irritiert haben wir von einer Veranstaltung der Duisburger Linksjugend-Basisgruppe erfahren, an der Abdullah Abdullah, ein Vertreter der syrischen Baath-Partei per Liveschaltung teilnehmen soll[1]. Bei der „Podiumsdiskussion zum Thema Syrien“, die am 24. Oktober an der Universität Duisburg-Essen stattfinden soll, werden neben ihm Joachim Guillard und Salim Tas ihre Sicht der Dinge erläutern. Wir fragen uns, was die Basisgruppe eines Jugendverbandes, der für sich in Anspruch nimmt, demokratisch-sozialistisch zu sein, dazu bringt, eine Propagandaveranstaltung für das totalitäre syrische Regime durchzuführen, das zur Zeit mit äusserster Gewalt gegen politische Oppositionelle und die Zivilbevölkerung vorgeht.

Um nichts anderes als eine Propaganda-Show dürfte es sich hier handeln. Diese Veranstaltung eine „Diskussion“ zu nennen, ist reichlich irreführend. Denn „Diskussionen“ haben es so an sich, dass unterschiedliche Positionen vorgestellt und debattiert werden. Und dies würde voraussetzen, dass zumindest einer der beiden weiteren Gäste eine Meinung vertritt, die von der zu erwartenden pro-Assad-Propaganda des syrischen Politikers…

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Van der Walt/Schmidt: Schwarze Flamme, Hamburg 2013

pb_gross Philippe Kellermann hat für den ema.li Blog das Buch
Lucien van der Walt, Michael Schmidt: Schwarze Flamme. Revolutionäre Klassenpolitik im Anarchismus und Syndikalismus; Aus dem Englischen übersetzt und mit einem Nachwort versehen von Andreas Förster und Holger Marcks, Edition Nautilus Hamburg, 2013, 560 Seiten, 39,90 EUR
besprochen.
Kellermann schreibt: „Lucien van der Walts und Michael Schmidts schon (und nicht nur) im internationalen Anarchismus recht breit und kontrovers diskutiertes Buch Schwarze Flamme ist nun dankenswerterweise auch in deutscher Sprache erhältlich. Durch die Leistung der Übersetzer, so Walt/Schmidt im Vorwort, sei es sogar „die bisher beste“ Ausgabe geworden (S.10) – diese steuern auch ein, die bisherigen Kritiker der Schwarzen Flamme schön provozierendes „Nachwort“ bei.
Davon ausgehend jedenfalls, dass es Schmidt/Walt darum geht, „viele weit verbreitete Auffassungen von Anarchismus und Syndikalismus“ zu „hinterfragen“, die „Ideen der broad anarchist tradition neu [zu] überprüfen“ (S.18), all dies im Rahmen einer „globale[n] Geschichte der Bewegung“ (S.19), stellt Schwarze Flamme vier Kernthesen zur Diskussion: (…)“.
Kellermann urteilt abschließend: „Schwarze Flamme bleibt all dessen, auch ungeachtet seiner bisweilen dogmatisierenden Schlagseite und der Tendenz nach ein wenig glorifizierenden Darstellung, ein absolut beeindruckendes Buch – meine Kritik wird hier vom Neid diktiert, zu einem solchen Werk nicht in der Lage zu sein –, bei dessen Lektüre man viel über bestimmte Formen des Anarchismus lernen kann und an dem abzuarbeiten, sich lohnt.“
Die Rezension ist hier als PDF online. Argumentiert Kellermann mehr von einem individualanarchistischen Standpunkt aus, so argumentiert Gerhard Hanloser in seiner Kritik des Buches in analyse und kritik vom 15. Oktober 2013 derart, dass dem Buch „eine syndikalistische Orthodoxie“ innewohne. Die Langfassung seines Textes ist hier online.


Einladung zur Bundesmitgliederversammlung am 9. November in Hannover

Liebe Genoss_innen,
wir wollen euch herzlich zur Bundesmitgliederversammlung der Emanzipatorischen Linken am 09.11.2013 um 10:30 Uhr im Freizeitheim Linden, Windheimstraße 4, in Hannover einladen.Bei dieser BMV müssen vor allem zwei Aufgaben bewältigen:
1. Klärung des Umgangs mit der Satzungsproblematik:
Die Ema.Li-Satzung sieht vor, dass Nicht-Mitglieder der Partei DIE LINKE hinsichtlich Ema.Li-interner Angelegenheiten gleichberechtigt sind, also auch bei Ko-Kreiswahlen das aktive und passive Wahlrecht haben und über Satzungsfragen mit abstimmen dürfen. Darüber, ob dies mit der Satzung der Partei vereinbar ist, gibt es unterschiedliche Meinungen. Diese Frage hat dazu geführt, dass die letzte BMV sich nicht in Lage sah, Wahlen durchzuführen. Bitte schaut euch dazu die Diskussion im Forum an: Punkt Satzung -Mitgliederrechte – 2

2. Neuwahlen des Bundeskoordinierungskreises
Die meisten aktiven Mitglieder des bisherigen Ko-Kreises verzichten auf eine Kandidatur, um den alten Konflikt aus dem neuen Ko-Kreis rauszuhalten und einen Neubeginn zu ermöglichen. Bitte mischt euch jetzt ein und kandidiert für den Ko-Kreis! Gern kann die Kandidatur schon im Forum erklärt werden. Damit würde Gelegenheit bestehen, Kandidat*innen kennenzulernen.

Als Tagesordnung schlagen wir vor:
1. Begrüßung und Abstimmung der Tagesordnung 11:00 Uhr

2. Umgang mit Satzungsproblematik 11:15 Uhr
Klärung der Frage: Wie geht diese BMV mit der Rechtsunsicherheit hinsichtlich der Rechte von Ema.Li-Mitgliedern um, die nicht der Partei DIE LINKE angehören. Sollen sie zu den Tagesordnungspunkten 4 und 5 stimmberechtigt sein? Es wird rechtzeitig vor der BMV dazu mindestens einen konkreten Antrag geben.

3. Berichte aus den Ländern 11:45 Uhr Mittagspause 12:45 Uhr

4. Aussprache über Aufgaben und Arbeitsweise der Ema.Li und des KoKreises 13:30 Uhr

5. Diskussion und Beschluss satzungsändernder Anträge 14:15 Uhr

Pause 15:00 Uhr

6. weitere Anträge 15:15 Uhr

7. Wahl des Koordinierungskreises 15:45 Uhr

8. Wahl der Delegierten zum Parteitag 16:30 Uhr

9. Sonstiges und Verabschiedung 17:00 Uhr

Die Versammlung endet also spätestens um 17:30 Uhr.

+++ Anreise +++
Wir bitten euch eindringlich auf Grund der knappen Gelder die Anreisekosten so gering wie möglich zu halten: Bitte bildet Fahrgemeinschaften, nutzt die Spartickets der Bahn oder nutzt Mitfahrgelegheiten. Zur Koordinierung nutzt bitte das Forum und eure Ortsgruppe. Bitte beachtet dabei wie immer unsere Reisekostenempfehlung:
https://emanzipatorischelinke.files.wordpress.com/2013/03/empfehlung-reisekostenabrechnung-der-ema-li.pdf

+++ Unterkunft +++
Wir haben uns entschieden die BMV nur eintägig zu machen, weil es dieses Jahr schon eine BMV gab und das Budget der Ema.Li für dieses Jahr mit der kommenden BMV auch überschritten wird und wir die Überschreitung für die Ema.Li und die Partei in Grenzen halten wollen. Für die, die eine Übernachtung brauchen, gibt es die Möglichkeit im Naturfreundehaus oder kostenlos bei Genoss_innen zu übernachten. Wenn ihr das Angebot in Anspruch nehmen wollt, meldet euch bitte bei Marko ifl-marko [ät] gmx.de bis 20.10., damit wir die benötigten Kapazitäten abschätzen können.

+++ Sonstiges +++
Bitte macht euch (auch in euren Zusammenhängen Gedanken), was die Ema.Li im kommende Jahr machen soll. Wie soll die Arbeit strukturiert werden und vor allem was soll gemacht werden. Nutzt dafür bitte auch das Forum
mit emanzipatorischen Grüßen euer KoKreis und Sabine und Marko (BMV-Orga-Beauftragte)

Link zum Tagungshaus:
https://www.hannover.de/Kultur-Freizeit/Freizeit-Sport/Freizeiteinrichtungen/Freizeitheime/Freizeitheim-Linden

Feministischer Aufruf: Für eine soziale, geschlechtergerechte und offene Gesellschaft

Von – aber nicht nur für – Wissenschaftler_innen ist der Aufruf ’Für eine soziale, geschlechtergerechte und offene Gesellschaft’. Er besteht aus drei Teilen, die sich gegen Ausbeutung auf dem Arbeitsmarkt, die Belastungen durch Sorge-Arbeit sowie die Ungerechtigkeiten der Globalisierung richten. Er beginnt wie folgt: „Im Wahlkampf 2013 war Geschlechtergerechtigkeit kein Thema. Es geht nur noch um Fragen, wie der Anteil von Frauen in Aufsichtsräten erhöht werden kann und ob der Ausbau der Kinderbetreuung für unter Dreijährige dem Bedarf entspricht. Ist das ausreichend? Nein! Deshalb halten wir1 eine feministische Kritik für dringlicher denn je und plädieren für ihre Neubelebung!
Die einschlägige Forschung und unsere alltägliche Erfahrung zeigen:

  •  Frauen verdienen weniger als Männer
  •  Mütter bringen deutlich mehr Zeit für die Familie auf als Väter
  •  Mütter verzichten oft auf eine existenzsichernde Erwerbstätigkeit oder müssen in prekären Verhältnissen und unter ihren beruflichen Qualifikationen arbeiten
  •  Rentnerinnen haben ein im Schnitt 60% geringeres Einkommen als Rentner
  •  Allein Erziehende und Familienernährerinnen sind häufig arm
  •  Frauen müssen sexuelle Belästigung und Gewalt erleben
  •  Frauen werden häufiger Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution.

Diese Liste ließe sich um zahlreiche Aspekte erweitern. Sie macht deutlich, dass Geschlechte-rungleichheit sich als politisches Thema keinesfalls überholt hat. Geschlechterungleichheiten müssen heute jedoch in einem breiteren gesellschaftlichen Zusammenhang diskutiert werden, der weit über die Geschlechterfrage – die Ungleichheit zwischen Frauen und Männern – hin-ausreicht. Folgende beunruhigende Entwicklungen in Richtung Prekarisierung und Ausgrenzung müssen von feministischer Kritik berücksichtigt werden.“

Der Aufruf kann von allen Menschen unterzeichnet werden und ist hier als PDF online.


Nation – Ausgrenzung – Krise (Buchkritik)

Zülfukar Çetin rezeniert in der neuen Ausgabe des Rezensions-Portals „kritisch-lesen.de“

Sebastian Friedrich, Patrick Schreiner (Hg.): Nation – Ausgrenzung – Krise. Kritische Perspektiven auf Europa (Edition Assemblage, Münster 2013, ISBN 978-3-942885-36-2, 240 Seiten. 18,00 Euro).

Çetin schreibt: „Der Sammelband setzt sich zum einen mit den theoretischen Hintergründen des Zusammenhangs zwischen Nationalismus, Ausgrenzung, neoliberalem Kapitalismus und Krise auf einer analytischen Ebene auseinander. Zum anderen liegt der Schwerpunkt des Bandes auf den konkreten aktuellen Erscheinungsformen von Nationalismus und Ausgrenzung in Europa.“ Sein/ihr abschließendes urteil lautet: „Der gesamte Band bietet mit seinem theoretischen und empirischen Konzept eine Möglichkeit, die Erscheinungsformen der Auswirkungen der Krise ebenso wie die Zusammenhänge der Wirtschafts- und Finanzkrise mit Nationalismus, Rassismus und Ausgrenzung in Europa kritisch zu betrachten.“
Die ganze Buchkritik ist hier online.