Fukushima – sechs Jahre danach

Am heutigen Tag jährt sich der GAU und damit der Beginn des immer noch andauernden Desasters von Fukushima zum sechsten Mal. Das Erdbeben und der Tsunami forderten mindestens 18.000 Tote. Der nachfolgende Super-GAU in vier Meilern des Atomkomplexes von Fukushima kostete hunderte Menschen die Gesundheit; Tausende werden in den nächsten Jahrzehnten folgen und schwerwiegend erkranken. Wir trauern mit den Menschen in Japan, versichern ihnen unsere Anteilnahme und unsere Solidarität und Unterstützung.

Die radioaktive Verseuchung zwang 160.000 Menschen, ihre Häuser, ihre Heimat und ihr soziales Umfeld zu verlassen. Die japanischen Steuerzahler werden noch über viele Jahrzehnte für die ökonomischen Folgen der Katastrophe aufkommen müssen. Die Tokyo Electric Power Company (TEPCO), Kerntechniker und die japanische Regierung ringen um technische Lösungen zur Behebung der Folgen der Katastrophe und wissen bis heute nicht, wie die geschmolzenen Reaktorkerne zu bergen sind, wohin mit den tausenden abgebrannten Brennelementen und wie die Anlage zurückbauen ist. Nach letzten Schätzungen werden allein die direkten Arbeiten in der Anlage von Fukushima die unvorstellbare Summe von 180 Mrd. Euro kosten. Laut TEPCO ist dabei von einem Zeitbedarf bis 2050 auszugehen.

Nach einem weltweiten kurzen Innehalten sind die internationalen Atomkonzerne und auch die Politik zu „Business as usual“ zurückgekehrt. In vielen Regionen der Welt erlebt die Atomtechnik eine neue Renaissance.

In Ungarn werden mit technischer Unterstützung Russlands und Subventionen des Staates neue Atomkraftwerke gebaut. In der Schweiz stimmte eine unerwartet deutliche Mehrheit der Bürger gegen einen Atomausstieg vor 2029. In Mali wird weiter militärisch um den Zugriff auf die Uranminen von Areva gekämpft. Großbritannien baut neue Meiler mit EU-Subventionen. Und die Endlagersuche in Deutschland ist ebenso wie der geplante Atomausstieg ein fernes Ziel mit noch vielen juristischen Hürden auf dem Weg.

Der Ko-Kreis der Emanzipatorischen Linken in und bei der Linken stellt fest:

Eine Technologie, die nach einer langen Reihe von Havarien und Unfällen nachweislich nicht beherrschbar ist, macht klar, dass wir den sofortigen Atomausstieg brauchen.

Eine Technologie, die davon lebt, vornehmlich in Ländern des Südens durch Uranabbau verseuchte Landstriche zu hinterlassen, ist menschenverachtend.

Eine Technologie, die Müll produziert, von dem bis heute niemand weiß, wo er dauerhaft gelagert werden soll, aber für tausende Jahre sicher verwahrt werden muss, ist unverantwortlich gegenüber kommenden Generationen.

Eine Technologie, welche die Grundlage für die Atombombe liefert und quasi nebenbei Uranmunition und schmutzige Atombomben möglich macht, ist menschenverachtend und unsozial.

Wir streiten mit vielen gemeinsam für einen schnellstmöglichen und unumkehrbaren Atomausstieg. Den internationalen Atomkonzernen setzen wir unsere internationale Solidarität und unsere Entschlossenheit entgegen.

Advertisements


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s