Empfehlung der Vernunft – Wen wählt Ihr in den neuen Parteivorstand?

„Bekannt aus Funk, Fernsehen …“ kann ausnahmsweise nur für die wieder kandidierenden Vorsitzenden gelten. Ansonsten ist es am besten, wenn Du – versunken in die Bewerbungen – neugierig auf hierarchiefreies Denken bist und auf Umstände, in denen jemand Schlaglöcher, Schwimmbäder oder Vergleichbares erwähnt und Dich damit so lange in den Bann zieht, bis Du darin auch das Politische erkannt hast. Damit stehen die ersten schon fest, denen Du getrost Deine Stimme geben kannst.

Schon Irmtraut Morgners countersexistische Troubadoura Beatriz fand folgende Haltung fragwürdig: „Ja, aus dem Fenster spucken, ist irgendwie ok, aber wenn jemand reinspuckt, das finden wir dann – besonders die Herren der Schöpfung nicht so toll…“  Also ist es günstig bei Bewerbungen darauf zu achten, ob neben der erhofften Demokratisierung der Demokratie vor der Haustür auch der Versuch unternommen wurde – wenn er oder sie dann im Parteivorstand sind -, dass sich auch innerhalb der Partei kulturell etwas verändert und zwar nicht nur vorm Wahltag. Viele Männer musst Du dann aber vernünftigerweise einfach weglassen, selbst wenn Dir ihre Qualifikation gar wunderbar erscheinen mag, denn sonst kommen wir nie zu einer quotierten Liste. So kommt es, dass auch einige denkbare Kandidaten leider ungenannt bleiben, denn es gibt nun mal so etwas wie Geschlechterdemokratie. Das kannst Du Scheiße finden, aber auch an der Basis die nächsten zwei Jahre etwas dafür tun, dass mehr Frauen Lust haben für den PV zu kandidieren. Dann sollte Dich wirklich interessieren, ob das Reich der Freiheit nicht nur außerhalb, sondern auch innerhalb der Partei Schritt für Schritt für möglich gehalten wird.

So entsteht eine Empfehlung der Vernunft, die vielleicht personell etwas kurz geraten ist, doch es erhebt sich dabei zugleich die Frage, ob dies nicht ein sinnvoller – dem produktiven Arbeiten förderlicher Satzungsantrag sei – den PV auf ein großes Koordinationsgremium einzudampfen, so ganz ohne Sprecherposten und Vorsitzende. Letztere könnten wir doch in Zukunft nur noch rotierend und ehrenhalber wählen, weil das Parteiengesetz es so vorschreibt und der Rest der Welt feste Ansprechpartner*innen braucht.

So bis hierhin also geschehen, entsteht folgende zurückhaltende Empfehlung der Vernunft (in zufälliger Reihung 🙂 ):

Wir hätten dann einen in etwa halbierten, arbeitsfähigeren PV – ohne Sprecher*innen- und Unteranführer*innen-Schickschnack.

Bei der Bewerbung zur Schatzmeisterei kannst Du durchaus leidenschaftslos sein, denn die Finanzen waren offenbar bei Raju in guten Händen, der Thomas kann es wiederum vielleicht auch. Vielleicht ließe sich mit einer Teilzeitlösung Geschichte schreiben.

Macht das Beste draus, liebe Delegierte!

Eure Ema.Li Redaktion

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