#LINKE : Jung kaputt spart Altersheim

Die Zukunft der Partei DIE LINKE betrifft die Linken insgesamt. Von Tom Strohschneider.
Was auf den Vorderbühnen der politischen Öffentlichkeit spielt, muss nicht immer das Hauptstück sein. Bei der Linkspartei dreht sich derzeit viel um die Bewertung der DDR-Geschichte, um die Grenzen und Spielräume von Regierungsbeteiligungen und um die Frage, wie trotz friedenspolitischer Haltelinien im Parteiprogramm wirksam gegen die Bedrohung Tausender durch islamistische Mörderbanden vorgegangen werden kann. Man kann nicht leichtfertig behaupten, es handele sich dabei um Nebensächlichkeiten: Es geht um zentrale Fragen, um Strategie und Programm der Partei. Doch hinter dem Vorhang, um im Bild zu bleiben, werden längst die Requisiten eines anderen Stücks auf die Bühne gerollt – es geht um die Zukunft der Linken insgesamt.

Ende April kommenden Jahres soll in Berlin ein Zukunftskongress stattfinden, der schon länger auf den Zetteln der Parteioberen steht, bisher aber keine Konturen bekommen hatte. Bereits Ende 2013 war die Idee in einem Strategiepapier der beiden Parteivorsitzenden Katja Kipping und Bernd Riexinger formuliert worden. (1) Man wolle »mit der Diskussion immer wieder aufgeschobener Themen« beginnen.

Weiterlesen in analyse und kritik, zeitung für linke Debatte und Praxis / Nr. 598 / 14.10.2014.

Der Autor Tom Strohschneider ist Chefredakteur von neues deutschland. Von ihm erschien gerade »Linke Mehrheit? Über Rot-Rot-Grün, politische Bündnisse und Hegemonie« im VSA Verlag, Hamburg.

Zum Thema siehe auch:
Stefan Hartmann, Klaus Lederer: Verankern, Verbreiten Verbinden, aber wie? Fragen an den Parteientwicklungsprozess der LINKEN (online), sowie dieselben und Halina Wawzyniak: Kein Kongress ist auch keine Lösung: Thesen zum geplanten LINKE-Zukunftskongress (hier als PDF).

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Strategien für die Welt nach dem digitalen Kontrollverlust (Buch von Michael Seemann)

cover_kontrollverlust_groDaten, von denen wir nicht wussten, dass es sie gibt, finden Wege, die nicht vorgesehen waren und sagen Dinge aus, auf die wir nie gekommen wären.
Wir möchten euch auf ein neues, spannendes Buch zu Netzpolitik hinweisen, das kürzlich erschienen ist.

Selbstbestimmung und Fremdsteuerung, gewollte Transparenz und unfreiwillige Überwachung: Kontrollverlust ist das Thema unserer Zeit. Durch die Digitalisierung verlieren wir die Kontrolle über das, was lange sicher galt: Privatsphäre, Datenschutz, Urheberrecht und Staatsgeheimnisse. Betroffen sind alle – mehr oder weniger stark. Müssen wir uns damit abfinden? Gibt es Strategien gegen den Kontrollverlust oder zumindest die Möglichkeit, selbst eine neue Art der Gegenkontrolle zu erlangen. Wir befinden uns mitten in einem gewaltigen Umbruch. Die Verdatung der Welt stößt die postindustrielle Ordnung in die Krise. All unsere Institutionen und unser ganzes Verständnis von Freiheit sind vom Kontrollverlust bedroht.
Doch der Krieg ist nicht verloren. Ein Neues Spiel hat begonnen. Es anzunehmen, heißt, sich auf ein neues Denken und eine radikal neue Ethik einzulassen und die Freiheit an anderen Orten zu suchen. Welche Strategien funktionieren nicht mehr, welche um so besser, welche neuen gibt es?
Genau mit diesen Fragen setzt sich der Blogger Michael Seemann in seinem über Crowdfunding finanzierten Buch “Das neue Spiel” auseinander.

Um sich das Buch anzueignen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, es kann es openacess heruntergeladen, gelesen oder als print (wie auch im Buchhandel) gekauft werden. Alles weitere hier: http://www.ctrl-verlust.net/buch/. Auf der Seite finden sich auch Radiosendungen und anderes zum Buch.


Neuerscheinung: Reclaim Your City – Urbane Protestbewegungen am Beispiel Berlins

Soeben ist das Buch „Reclaim Your City“ erschienen. Der Verlag  assoziation a schreibt dazu:
„»Reclaim Your City« gibt den urbanen Protestbewegungen eine Stimme, die sich mit unterschiedlichen Methoden den öffentlichen Raum aneignen und ein Recht auf Stadt für alle reklamieren. Mittel sind physische Aneignungen wie Haus- und Platzbesetzungen, Blockaden von Bauvorhaben oder Zwangsräumungen, aber auch Demonstrationen und Verfremdung von Werbung, kritische Kartierung und Erstellung von Leerstandsmeldern. Das Buch erläutert die Strategien der Raumaneignung dieser Bewegungen und fragt danach, wie sich KünstlerInnen und GestalterInnen in der Stadtpolitik positionieren.
Anhand des Beispiels Berlin liefert das Buch einen repräsentativen Querschnitt durch die emanzipatorischen städtischen Bewegungen der aktuellen Zeit. Es beschreibt den Wandel der Städte im Neoliberalismus und stellt die Auseinandersetzungen um Macht und Teilhabe am städtischen Raum dar. Es schlägt die bildliche und inhaltliche Brücke zwischen Mietprotesten, Nachbarschaftsgärten, Graffiti-Kultur und den Aufständen illegalisierter MigrantInnen.“

Tobias Morawski: Reclaim Your City. Urbane Protestbewegungen am Beispiel Berlins. Herausgegeben vom Pappsatt Medien-Kollektiv; ISBN 978-3-86241-437-6 | 168 Seiten | 16 Euro