Doodle-Abstimmung der Ema.Li-Mitglieder: Die kommende Mitgliederversammlung findet in Potsdam statt.

Die Bundesmitgliederversammlung der Emanzipatorischen Linken findet am 06. Juli 2013 in Potsdam statt. Das entschieden die Doodle-Abstimmungen mit der Fragestellung Ort, Zeit und Dauer. Das Rennen war knapp, aber kurz vor Ende hat sich dann doch noch Potsdam recht deutlich gegenüber Leipzig als Austragungsort durchgesetzt.

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Konstanze Kriese: Vom schwierigen Auszug aus dem Fordismus – Arbeit und Produktion im digitalen Zeitalter

Die Veränderungen vom Automobilbau bis zur Medizintechnik sind genauso tiefgreifend wie die Entstehung der »Creative industries«. Erst wenn die Arbeitswelten in Callcentern, der internationalen Logistikbranche, von Kaffeebäuerinnen und Textilherstellern, von Pflegekräften und Radiostationen, in Internetagenturen sowie im Café um die Ecke zusammengedacht werden, lassen sich wirtschaftliche, kulturelle und gesellschaftliche Veränderungen in den sozial und strukturell zerklüfteten Arbeitswelten genauer beschreiben. Dann ist der »digitale Bohemien« einer von vielen und einer mit vielen Abhängigkeiten.

Er isst bekanntlich Pizza und trinkt Kaffee. Die Pizza kann er im Netz bestellen und mit regionalen Rohstoffen herstellen lassen. Doch der Kaffee kommt aus einer anderen Welt, mit der nicht nur er digital vernetzt, sondern auch geschichtlich verbunden ist.

Arbeiten und Leben ohne Computer und Internet ist für die meisten Menschen im reichen Norden undenkbar geworden. Trotzdem fristen die damit verbundenen politischen Kämpfe innerhalb des repräsentativen Politikbetriebes ein Schattendasein. Erst die 2010 begonnene Internet-Enquete des Deutschen Bundestages war hierzulande Ausdruck des Erwachens gegenüber den umfassenden gesellschaftlichen Veränderungen, die mit der Digitalisierung zu konstatieren sind. Zuvor fanden die Auseinandersetzungen vorrangig in einem Unterausschuss des Kulturausschusses statt, dem Unterausschuss neue Medien.

Der komplette Artikel gibt es hier als PDF.

Konstanze Kriese, geb. 1960. Kulturwissenschaftlerin, Vorstandsreferentin der Bundestagsfraktion DIE LINKE.

Das gesamte Buch Kahrs, Horst: Piratenzauber. Über eine Gesellschaft, die Freibeuter hervorbringt, papyrossa Verlag, Köln 2013  erscheint dann ab Anfang Mai schrittweise online auf der Seite der Rosa Luxemburg Stiftung. Hier schon Mal das Schlusswort der Autorinnen.

zuletzt: »Du bist wie Anarchismus für mich …« – Eine Emma-Goldman-Referenz. In: Schritt für Schritt ins Paradies: Handbuch zur Freiheit, Karsten Krampitz und Klaus Lederer (Hrsg.), Berlin 2013, weitere Texte auf www.kasonze.de.

 


Buchtipp: Tue gutes – und rede darüber!

lokalankommen_cover Von Crashkurs Kommune, der im VSA-Verlag erscheinenden Buchreihe liegen nun acht Bände vor. Die mit Unterstützung der Kommunalakademie der Rosa Luxemburg Stiftung veröffentlichten Titel wollen kleine Handbücher und Breviere für kommunalpolitisch interessierte und aktive Menschen sein. Primäre Zielgruppe sind Mitglieder der LINKEN, aber auch darüber hinaus, Aktive aus Bürgerinitiativen und sozialen Bewegungen.

Lokal ankommen. Kommunale und regionale Gegen-Öffentlichkeit ist Band sieben und will dabei unterstützen, linke Inhalte besser an die Öffentlichkeit zu bringen. Das Buch nennt das Feld noch etwas old school Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, ein neuerer Begriff, der auch den Dialogcharakter stärker betont, wäre der der politischen Kommunikation.

„Lokal ankommen“ stellt zuerst verschiedene Formate eigener Medien vor, und erklärt ihre Funktion: Website, Blog, Veranstaltung, Bürgersprechstunde, Mail, Newsletter, Flugblatt. Es geht aber auch um den Umgang mit den anderen (manche nennen sie: herrschenden) Medien: Pressemitteilung, Pressegespräch, Interview, Fernsehauftritt. Ein eigener Abschnitt widmet sich dem persönlichen Auftreten in der Öffentlichkeit – sei es auf Diskussionsveranstaltungen oder in der Sitzung des kommunalen Parlamentes. Hier geht es vor allem um Sprache und Rhetorik und nicht zuletzt die Körpersprache.

Alle aufgeführten Punkte werden relativ, wenn nicht sogar sehr detailliert behandelt, die Themen auf konkrete, kleine und umsetzbare Schritte und Punkte „heruntergebrochen“. Dies erhöht den Nutzwert des Buches – trotz einiger Mängel in der Zuordnung und Reihenfolge der Themen – dann doch deutlich. Ein Glossar rundet den preiswerten Band ab. 

Bernd Hüttner

Felicitas Weck / Gerd Siebecke: Lokal ankommen. Kommunale und regionale Gegen-Öffentlichkeit, VSA-Verlag, Hamburg 2013, 104 Seiten 7,50 EUR

Weiterführende Hinweise:

12-seitige Leseprobe (Inhaltsverzeichnis und Vorwort) aus dem Buch als PDF

Datenbank der derzeit erscheinenden Alternativmedien

Die Linke Medienakademie versteht sich als Crossover-Projekt. Sie hat sich der Vermittlung von Medienkompetenz und einer emanzipatorischen Medienpolitik und -kritik verschrieben.


Emanzipierte Bürger und emanzipatorische Politik: Für Freiheit und soziale Gerechtigkeit

Ein Gastbeitrag für das Blog Die Freiheitsliebe

Als uns die Anfrage erreichte, einen Gastbeitrag zu verfassen, hieß es, es solle um das Bild einer anderen – höchstwahrscheinlich besseren – Gesellschaft gehen und wie diese zu erreichen sei.

Das Bild ist relativ einfach zu zeichnen: Eine Gesellschaft, in der alle Menschen so glücklich wie möglich sind, in der es keine Not gibt, keinen Krieg, keine Gewalt, keinen Hunger und keine Einschränkungen von Freiheit und Menschenwürde.

Eroberung der Deutungshoheit über den Freiheitsbegriff

Doch: Was einfach klingt, ist es nicht. Das Problem beginnt schon beim Begriff Freiheit, mit dem sich die Emanzipatorische Linke besonders intensiv auseinandersetzt. Keine Einschränkungen der Freiheit? Das sagt die FDP auch, und die in den letzten Jahren relevant gewordene Neue Rechte geht bei der totalen Freiheit noch weiter: Keine Steuern, keine Parteiendemokratie, keine Unternehmensgesetze, keine Umweltgesetze, kein Sozialstaat usw. Der Spruch von der Freiheit des freien Fuchses im freien Hühnerstall beschreibt diese Freiheitskonzepte, die sich ideologisch vom Neoliberalismus bis zum Rechtslibertarismus ausbreiten. Diesen Freiheitsbegriff lehnen wir ab; es gilt, ihm eine andere Geschichte von Freiheit entgegenzusetzen. Weiterlesen …


Manchmal braucht es Hexenzeug, um Knoten zu lösen – An Herrschaftsknoten ansetzen Bericht vom Symposium zum 75. Geburtstag von Frigga Haug

Am 15. März 2013 fand in der Rosa Luxemburg Stiftung (Willi-Münzenbergsaal, Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin) ein Symposium anlässlich des 75. Geburtstages von Frigga Haug statt. Haug ist u.a. Vorsitzende des »Berliner Instituts für kritische Theorie« , Mitherausgeberin des »Historisch-Kritischen Wörterbuch des Marxismus« sowie der Zeitschrift »Argument« und wirkt u.a. im Wissenschaftlichen Beirat der Rosa-Luxemburg-Stiftung und im Kuratorium des Instituts Solidarische Moderne.

Einen spannenden Bericht zum Symposium von Rahel Wusterack gibt es hier … auf unserer Seite.

Buchtipp zum Weiterlesen:
Frigga Haug: Die Vier-in-einem-Perspektive. Politik von Frauen für eine neue Linke, Argument Verlag, 2. Aufl., Hamburg 2011, 352 Seiten, 19.50 Euro, ISBN 978-3886193363

[UPDATE] Die RLS hat jetzt eine kleine Broschüre mit den Texten des Symposiums publiziert (mehr hier)


Neuwahl des Bundeskoordinierungskreises der Ema.Li

Am Sonntag, 21.04.2013, fand eine Aussprache beim Treffen des Bundeskoordinierungskreises (KoKreis) der Ema.Li in Berlin statt. Thema der Aussprache war ein Konflikt zwischen den Sprecher*innen der Ema.Li und Teilen des KoKreises („Diktatur der Tätigen“) um die Herausgabe des Buches „Schritt für Schritt ins Paradies – Handbuch zur Freiheit“ welches auf unserer Konferenz „Macht Ohne Herrschaft“ vorgestellt wurde. Dem Konflikt zugrunde liegen zwei völlig unterschiedliche innerparteiliche Demokratieverständnisse.  Als Konsequenz der vierstündigen Aussprache hat sich ergeben, dass eine weitere konstruktive Arbeit im KoKreis auf Bundesebene nicht möglich ist. Daher wurde beschlossen, dass eine Neuwahl des KoKreises so bald wie möglich erfolgen soll. Die nächste Bundesmitgliederversammlung (BMV), bei der alle anwesenden Ema.Li Mitglieder den neuen KoKreis wählen können, soll daher Ende Juni/Anfang Juli stattfinden. Strittig innerhalb des KoKreises – aus taktischen Erwägungen – ist noch der Ort der nächsten BMV. Als Konsequenz aus dem Konflikt wird zur BMV auch ein Satzungsänderungsantrag gestellt werden, der vorschlagen wird, dass es keine dezidierten Sprecherin*innen im KoKreis mehr geben soll.


Ema.Li Berlin: Aufruf zum Internationalen Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen

Die werten Genossinnen und Genossen der Ema.Li Berlin rufen zur Teilnahme an der Demonstration im Rahmen des Internationalen Kampf- und Feiertages der Arbeitslosen am 02. Mai 2013 auf. Diese mutige Tat können wir nur gutheißen und vielleicht hat der eine oder die andere von Euch ja Lust und Zeit, zu der Demo um 13:00 Uhr am Senefelder Platz in Berlin zu kommen.

Den ausführlich mit Starfotos bebilderten Aufruf der Berliner Ema.Li könnt Ihr hier gerne als PDF runterladen und verteilen!

Weitere Details findet Ihr auf der offiziellen Seite zum Internationalen Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen.

Nie wieder Arbeit!

Die arbeitsscheue Redaktion der Ema.Li Bund