Machtfrage, nicht Rechtsfrage. Ziviler Ungehorsam als Teil der gewerkschaftlichen Geschichte und Gegenwart

e9dae84e90Artikel von Julia Böhnke und Jan Duschek aus dem soeben erschienen Buch “Ungehorsam! Disobedience! Theorie & Praxis kollektiver Regelverstöße“.

Klappentext des Buches: “Praktiken des Zivilen Ungehorsams sind in den letzten Jahren in Deutschland überraschend en vogue: Heiligendamm, Dresden, Stuttgart, Wendland, Frankfurt und die Zelte der Occupy-Bewegung waren und sind unübersehbare Zeichen einer Renaissance von Zivilem Ungehorsam im Lande. Beflügelt werden sowohl Aktionen als auch die Debatte darüber durch die Platzbesetzungen und Massenaktionen des „Arabischen Frühlings“ und der folgenden weltweiten Anti-Krisen-Proteste. Welches sind und waren die Legitimationsressourcen, Streitpunkte und Bezüge innerhalb der ungehorsamen Bewegungen? Wo werden Kämpfe gesellschaftlich vergleichbar gestaltet, aber nicht durch die Bezugnahme auf den Begriff des Zivilen Ungehorsams legitimiert? Inwiefern spielt der Begriff des Zivilen Ungehorsams überhaupt „nur“ für bestimmte Protestformen und -momente eine Rolle? Und, grundsätzlich: Auf welche theoretische Definitionen wird sich bezogen, wenn von „Zivilem Ungehorsam“ die Rede ist und wo werden aus einer linken Perspektive theoretische Abgrenzungen vollzogen? Dieses Buch trägt Überlegungen und Erfahrungen verschiedener Autor*innen zusammen.”

Hrsg. von Friedrich Burschel, Andreas Kahrs und Lea Steinert (Edition Assemblage, farbig Broschur, 140*205mm, 144 Seiten, 14.00 Euro, ISBN 978-3-942885-60-7).

Der Artikel hier hier beim http://www.labournet.de als PDF.


Kommunismus für die Hosentasche

Wie sieht ein Kommunismus aus, der von Postmoderne und Biomacht weiß? Martin Birkner hat eine lesenswerte und streitbare Antwort vorgelegt. Er propagiert einen neuen Kommunismus, einen der den des Industriesystems aufhebt.

Der in Wien lebende und unter anderem als Mitherausgeber der Zeitschrift grundrisse bekannte Martin Birkner hat mit seinem Buch ein kompaktes und streitbares Kompendium zum Postoperaismus vorgelegt.

Der Operaismus (operaio/operaia dt.: Arbeiter/Arbeiterin) entstand in den 1960er Jahren im intellektuellen Handgemenge der Kämpfe von Arbeiter*innen in Italien (1). Er geht davon aus, dass gesellschaftliche Entwicklung nicht durch objektive Bewegungsgesetze des Kapitals bestimmt wird, sondern vor allem in dessen Reaktion auf die autonomen Kämpfe von Arbeiter*innen. Die soziale Figur des „Massenarbeiters“ erhielt in diesem Konzept Veränderungsmacht. Diese Zentralität des „Fließbandarbeiters“ und das dazugehörige Bild des etwas simplen Ping-Pong von Arbeiter*innenkampf und Reaktion wurde in den 1970er und 198er Jahren erweitert und von der Vorstellung der „Gesellschaft als Fabrik“ abgelöst. In dieser Weiterung, dem vor allem mit Antonio Negri verbundenen Postoperaismus, wird der untrennbar mit Emotionen und Kreativität verbundenen sog. „immateriellen Arbeit“ eine tragende Rolle für den modernen Kapitalismus zugeschrieben. Die Intellektualität der Massen und ihre Fähigkeit zur Kooperation bergen aus dieser Perspektive gleichzeitig bereits die Potentiale für einen neuen Kommunismus in sich. Gleichzeitig werden im Postoperaismus auch Migration, die Inwertsetzung und Disziplinierung der Körper und Seelen oder die globalen Machtverhältnisse (das sog. „Empire“) reflektiert.

Martin Birkner stellt sein Buch in den Zusammenhang des Epochenbruchs der 1960er Jahre, den er als bedeutender einschätzt als die allerorten im Munde geführte „Zeitenwende“ von 1989, mit der das so bezeichnete „kurze 20. Jahrhundert“ entlang der scheinbaren Auflösung des Antagonismus Kapitalismus/Kommunismus seinen Endpunkt gefunden habe. In jenen Jahren vor nunmehr einem halben Jahrhundert sei ein fundamentaler Wandel in der Grammatik politischer Forderungen und Praktiken eingetreten. Den Rest des Beitrags lesen »


#fsa14 // Demo “Freiheit statt Angst” 2014

FsA14_Banner_300x250px_1.0Der Bundesvorstand des forum demokratischer sozialismus (fds) ruft seine Mitglieder, sowie alle Genossinnen und Genossen der Partei DIE LINKE auf, sich auch in diesem Jahr wieder an der Großdemonstration “Freiheit statt Angst – Aufstehen statt Aussitzen” am 30. August 2014 in Berlin zu beteiligen.

Wir wollen damit, gemeinsam mit vielen BündnispartnerInnen als Mitglieder der Partei DIE LINKE ein deutliches Zeichen gegen den sich immer weiter ausbreitenden “Überwachungswahn” setzen. In dem Aufruf des auch von der LINKEN getragenen Bündnisses heißt es u.a.:
“Die grenzenlose Überwachung ist Realität. Die Snowden-Enthüllungen belegen: Geheimdienste und Unternehmen treten unsere Rechte mit Füßen und sind dabei an Dreistigkeit nicht zu überbieten. Sie dringen in die letzten und intimsten Winkel unserer Privatsphäre vor. Mit Verlaub, es reicht!”

Treffpunkt ist am 30. August um 14 Uhr vor dem Brandenburger Tor in Berlin. Informationen über Anreisemöglichkeiten und Materialien erhaltet ihr auf der Bündnisseite https://freiheitstattangst.de/


Arbeit und Kapitalismus aus anarchistischer Perspektive

Ein neu auf deutsch erschienenes Buch zeigt Strategien gegen Ausbeutung in der Arbeitswelt. Das US-Autorenkollektiv »Crimethinc« legte mit »Work« kurz vor Beginn der Occupy-Bewegung ein Manifest über die neoliberale Arbeitswelt vor. Nun ist das Buch auch auf Deutsch erhältlich.
Die Rezension im ND vom 28. Juli hier lesen.


Vortrag zu Erich Mühsam als Audiodokumentation

Das Berliner A-Radio konnte vor ein paar Tagen einen Vortrag zum anarchistischen Dichter und Revolutionär Erich Mühsam aufnehmen.
Diese Audiodokumentation (Länge: 59:40 min) könnt ihr nun exakt hier herunterladen oder sofort anhören.
Gehalten wurde der Vortrag von Janka Kluge im DemoZ in Ludwigsburg am 18. Juli 2014 anlässlich des 80. Todestages von Mühsam. Darin geht es um seine frühe Zeit, einschließlich seiner Reisen. Um seine Kontakte in der Münchner Literatenszene und den Einbruch des Ersten Weltkriegs. Seine Beteiligung an der Münchner Räterepublik und der Zeit im Gefängnis. Seine Arbeit für die Rote Hilfe und den Bruch mit derselben. Und schließlich um seinen Tod in den Händen der Nazis.

Auf der Website der Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen (FdA) findet ihr eine Auflistung anderer Termine zu Mühsam: http://fda-ifa.org/erich-muehsam/

Die Zeitschrift der Föderation, die Gaidao, hat eigens ein Extrablatt veröffentlicht: http://fda-ifa.org/gai-dao-extrablatt-nr-1/


NOLO – Magazin für freiwillige Selbstentgrenzung

Ursprünglich veröffentlicht auf Plattform libertärer Opportunisten:

Pünktlich zum Erich-Mühsam Fest 2014 kam die Sonderausgabe von NOLO aus der Druckerpresse. Alle Besucher des Festes wurden mit einem Exemplar der Zeitung beglückt, und im BAIZ liegen mittlerweile weitere Exemplare. Den Vertrieb über das BAIZ hinaus müssen wir in den nächsten Wochen noch organisieren, das dauert etwas … Diese Ausgabe von NOLO wurde von einer freien Autorengruppe erstellt (die auch bei der Ema.Li mitmachen), wie es weitergeht, werden wir in den nächsten Monaten hoffentlich entspannt diskutieren … und wer will, kann sich hier auch die elektrische NOLO Version als PDF runterladen (unten auf die 1. Seite klicken) und lesen … Obacht, 10 MB und im Berliner Zeitungsformat nicht ganz trivial, auf Papier gedruckt in den Händen liest sich das viel schöner!

NOLO Seite 1

Original ansehen


PM zum Mühsamfest am Samstag

…wird übrigens von der Ema.Li unterstützt. Wir haben auch einen Stand dort, also einfach hinkommen!

Erich Mühsam-Gedenkdemonstration in Oranienburg
Erich Mühsam-Fest in Berlin

Anlässlich des 80. Todestages von Erich Mühsam veranstalten linke Gruppen und Kulturinitiativen eine Demonstration und ein großes Fest.

„Sich fügen, heißt lügen“ ist eines der bekanntesten Zitate des Antifaschisten, Anarchisten und Freigeist Erich Mühsam. Unter jener Losung veranstaltet ein Bündnis linker Gruppen anlässlich seines 80.Todestages am Samstag, dem 12.Juli 2014 ab 13 Uhr eine Demonstration durch Oranienburg.

Am selben Tag ab 16 Uhr lädt ein breites Bündnis von Kulturinitiativen dann nach Berlin zum großen Erich Mühsam-Fest mit über 100 Kulturschaffenden auf mehreren Bühnen. Das Fest steht unter dem Motto “Menschen, laßt die Toten ruh’n und erfüllt ihr Hoffen!”

Am 10. Juli 1934, wurde Erich Mühsam von der SS im Konzentrationslager Oranienburg grausam ermordet. Mit einem Fest und einer Gedenkdemonstration soll an Mühsam als Menschen und an sein Wirken erinnert werden. Die vielschichtige Persönlichkeit Erich Mühsam ist dabei nur eine unter Unzähligen, die den Nationalsozialisten zum Opfer fiel. Die Demonstration wird darum auch den Widerstand gegen den NS in Oranienburg thematisieren, um diejenigen zu würdigen, denen bis heute ein personifiziertes stetiges Gedenken verwehrt bleibt.

Die Demonstration wird zudem die aktuellen Neonazistrukturen und rechte Gewalt in Oranienburg thematisieren. Martin Sonnenburg aus dem Vorbereitungskreis dazu: „Die Stadt in der Erich Mühsam von den Nazis umgebracht wurde ist heute Rückzugsraum für organisierte Rechte. Anstehende Eröffnungen von Asylunterkünften in Lehnitz und Gransee werden hier von der NPD gezielt instrumentalisiert. Dagegen werden wir am 12. Juli ein klares Zeichen setzen.“

Organisiert wird die Demonstration von antifaschistischen und anarchistischen Gruppen aus Berlin mit überregionaler Unterstützung. Die VeranstalterInnen erwarten 200 TeilnehmerInnen.Treffpunkt ist um 13 Uhr am Oranienburger Bahnhof. Auf einer Zwischenkundgebung am Mühsam-Gedenkstein und der Lagermauer des ehemaligen KZ Oranienburgs in der Berliner Straße 47 werden die Künstler Christoph Holzhöfer und Geigerzähler Lieder und Gedichte von Mühsam rezitieren.

Ab 16 Uhr findet dann auf dem Kulturareal „ZUKUNFT am Ostkreuz“ (Laskerstraße 5) in Berlin das große Erich Mühsam Fest statt.

Dieses Fest wurde 2001 erstmalig initiiert und wartet auch in diesem Jahr wieder mit zahlreichen Lesungen, Konzerten, Filmen und Podiumsdiskussionen auf. Dabei sind u.a.Outsourced Underground (Rapcore feat. Lena Stoehrfaktor, Tapete & guts Pie Earshot), The Incredible Herrengedeck (Chanson-Punk), das EingreiforchesterAnarchistische Musikwirtschaft und Liedermacher Manfred Maurenbrecher. Für die Podiumsdebatten zeichnen Jungle World, Verbrecher Verlag, VVN/BdA undKulturinitiative 89 verantwortlich.

Außerdem werden das kürzlich im Verbrecherverlag erschienene Erich Mühsam-Lesebuch „Das seid ihr Hunde wert!“ und die CD „Mühsamblues“, der Band Der Singende Tresen, mit neu vertonten Mühsam-Texten vorgestellt.

Die Initiatoren Manja Präkels & Markus Liske: „Obwohl es auf dem Fest auch wieder viel Original-Mühsam in Wort und Ton zu hören gibt, ist es das Ziel dieses Festes, den lebendigen Geist Mühsams zu feiern, Debatten und Künstlern ein Podium zu geben, die in mühsamscher Tradition stehen – für Freiheit, Gerechtigkeit und Kultur; gegen Oberflächlichkeit, politischen Dogmatismus und Sektiererei.“

Fest-Programm:http://kulturelleintervention.wordpress.com/programm/

Weitere Informationen / Kontakt:

Erich Mühsam-Fest: http://www.erichmuehsamfest.de/ liske@gedankenmanufaktur.net
Gedenk-Demo:http://erichmuehsam.antifa-nordost.org/| muehsamgedenken@riseup.net

 

Biographisches zu Erich Mühsam:

http://erichmuehsam.antifa-nordost.org/biographie/


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