Strategien für die Welt nach dem digitalen Kontrollverlust (Buch von Michael Seemann)

cover_kontrollverlust_groDaten, von denen wir nicht wussten, dass es sie gibt, finden Wege, die nicht vorgesehen waren und sagen Dinge aus, auf die wir nie gekommen wären.
Wir möchten euch auf ein neues, spannendes Buch zu Netzpolitik hinweisen, das kürzlich erschienen ist.

Selbstbestimmung und Fremdsteuerung, gewollte Transparenz und unfreiwillige Überwachung: Kontrollverlust ist das Thema unserer Zeit. Durch die Digitalisierung verlieren wir die Kontrolle über das, was lange sicher galt: Privatsphäre, Datenschutz, Urheberrecht und Staatsgeheimnisse. Betroffen sind alle – mehr oder weniger stark. Müssen wir uns damit abfinden? Gibt es Strategien gegen den Kontrollverlust oder zumindest die Möglichkeit, selbst eine neue Art der Gegenkontrolle zu erlangen. Wir befinden uns mitten in einem gewaltigen Umbruch. Die Verdatung der Welt stößt die postindustrielle Ordnung in die Krise. All unsere Institutionen und unser ganzes Verständnis von Freiheit sind vom Kontrollverlust bedroht.
Doch der Krieg ist nicht verloren. Ein Neues Spiel hat begonnen. Es anzunehmen, heißt, sich auf ein neues Denken und eine radikal neue Ethik einzulassen und die Freiheit an anderen Orten zu suchen. Welche Strategien funktionieren nicht mehr, welche um so besser, welche neuen gibt es?
Genau mit diesen Fragen setzt sich der Blogger Michael Seemann in seinem über Crowdfunding finanzierten Buch “Das neue Spiel” auseinander.

Um sich das Buch anzueignen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, es kann es openacess heruntergeladen, gelesen oder als print (wie auch im Buchhandel) gekauft werden. Alles weitere hier: http://www.ctrl-verlust.net/buch/. Auf der Seite finden sich auch Radiosendungen und anderes zum Buch.


Neuerscheinung: Reclaim Your City – Urbane Protestbewegungen am Beispiel Berlins

Soeben ist das Buch „Reclaim Your City“ erschienen. Der Verlag  assoziation a schreibt dazu:
“»Reclaim Your City« gibt den urbanen Protestbewegungen eine Stimme, die sich mit unterschiedlichen Methoden den öffentlichen Raum aneignen und ein Recht auf Stadt für alle reklamieren. Mittel sind physische Aneignungen wie Haus- und Platzbesetzungen, Blockaden von Bauvorhaben oder Zwangsräumungen, aber auch Demonstrationen und Verfremdung von Werbung, kritische Kartierung und Erstellung von Leerstandsmeldern. Das Buch erläutert die Strategien der Raumaneignung dieser Bewegungen und fragt danach, wie sich KünstlerInnen und GestalterInnen in der Stadtpolitik positionieren.
Anhand des Beispiels Berlin liefert das Buch einen repräsentativen Querschnitt durch die emanzipatorischen städtischen Bewegungen der aktuellen Zeit. Es beschreibt den Wandel der Städte im Neoliberalismus und stellt die Auseinandersetzungen um Macht und Teilhabe am städtischen Raum dar. Es schlägt die bildliche und inhaltliche Brücke zwischen Mietprotesten, Nachbarschaftsgärten, Graffiti-Kultur und den Aufständen illegalisierter MigrantInnen.”

Tobias Morawski: Reclaim Your City. Urbane Protestbewegungen am Beispiel Berlins. Herausgegeben vom Pappsatt Medien-Kollektiv; ISBN 978-3-86241-437-6 | 168 Seiten | 16 Euro


Fotogalerie vom Mühsam Fest 2014

Ursprünglich veröffentlicht auf Plattform libertärer Opportunisten:

Tausend Dank an Lothar für  die tolle Bildergalerie, die jetzt auf Facebook zu bewundern ist! Loddar, Du bisch ä Käpsele!

Ema.Li Stand Mühsam Fest 2014

Original ansehen


Einladung zur Bundesmitgliederversammlung 2014

Liebe Emalis,

wir freuen uns, euch am Sonntag, den 12. Oktober bei der BMV in Frankfurt am Main zu sehen, und sind schon sehr gespannt, was jede*r so an Erfahrungen, Wünschen und Hoffnungen im Gepäck hat. Stattfinden wird die BMV in einer wunderbaren Jugendherberge: Großen Dank schon mal an die Genoss*innen vor Ort für die organisatorische Arbeit :-). Wir müssen diesmal keine Wahlen durchführen, können uns also ganz auf den Austausch konzentrieren. Da bei den letzten BMVs die Gespräche am Rande viel zu kurz kamen, haben wir großzügige Pausen eingebaut. Hier unser Vorschlag zur Tagesordnung:

11:00: Begrüßung, Wahl der Sitzungsleitung, Festlegung der Tagesordnung

11:15: Vorstellung der Zeitung Nolo (Karsten Krampitz)

11:45: Welche Materialien hätten wir gern? (Fahnen, Postkarten, Aufkleber etc.)

12:00: Pause

12:15: Berichte aus den Ländern und Diskussion: Wo findet was statt, welche Erfahrungen wurden gemacht, welche Probleme gibt es?

13:15: Mittagspause, gemeinsames Mittagessen im Haus ist möglich

14:15: Antragsdiskussion I:

Bisher vorliegende Anträge:

- Wer ist verantwortlich für die Medien der Emali, Facebook etc.?

- Veranstaltung zu Emanzipation

- Antrag zur Satzungsänderung, Einführung einer Antragsfrist

15:30: Pause

15:45: Antragsdiskussion II

16:45: Verabschiedung

17:00: Schluss

Mit herzlichen Grüßen Eure Koordinator*innen vom Bundes-Ko-Kreis


Verankern, verbreitern, verbinden, aber wie?

Stefan Hartmann und Klaus Lederer haben einen Text zur LINKE-Parteientwicklung in der Zeitschrift Luxemburg veröffentlicht. Sie fragen: Verankern, verbreitern, verbinden, aber wie?

Es stimmt: Die weitere Parteientwicklung muss mit einer Diskussion um deren strategische Orientierung verbunden werden. Nur durch »verankern, verbreiten, verbinden« (Kipping/Riexinger 2013) kann die LINKE politisch attraktiver und stärker werden: an Mitgliedern, WählerInnen und politischer Substanz, aber letztlich – und das ist entscheidend – in ihrer politischen Durchsetzungsfähigkeit. Die Frage ist, ob der in dem Papier von den Parteivorsitzenden gewählte Ansatz umstandslos geeignet ist, dieses Ziel zu erreichen. Wir haben da einige Fragen und Bedenken, die wir – anhand von ausgewählten Handlungsfeldern – zur Diskussion stellen wollen.

Inwiefern lässt sich ein Parteientwicklungsprozess von oben ausrufen? Wie viel Anschub ›von unten‹ ist für einen Erfolg nötig? Wie können programmatische Richtungsentscheidungen einer Parteiführung mit den Aktivitäten und Positionen der Parteimitglieder vermittelt werden? Welchen Stellenwert hat kritische, auch parteitheoretische Reflexion für einen Parteientwicklungsprozess? Was heißt es, die LINKE heute mit Gramsci als »gesellschaftliche Partei« zu konzipieren? Helfen solche Überlegungen, die Partei gesellschaftlich besser zu verankern? Welchen Rolle haben dabei diejenigen Mitglieder, die sich nicht als ›AktivistInnen‹ verstehen? Und vor allem: Werden in einem solchen Verständnis nicht eine Reihe von Funktionen im Parteien- und Parlamentssystem vernachlässigt, zum Beispiel die politische Repräsentation derjenigen WählerInnen, die nicht in Gewerkschaften, Bewegungen und Kampagnen aktiv sind, die aber im politischparlamentarischen Raum repräsentiert sein wollen? Wie können die unterschiedlichen Qualitäten und Stärken der Partei gemeinsam entwickelt werden? Wie können Diskussionen um strategische Orientierungen als Selbstveränderungsprozess geführt werden? Wie geht dies, ohne die kommunalpolitischen Aktivitäten und die lokale Verankerung der Partei im Prozess ›abzuhängen‹? Aus unserer Sicht ist es nötig, diese Fragen in den Mittelpunkt und die Debatte zur Parteientwicklung damit vom Kopf auf die Füße zu stellen.

Der ganze Beitrag hier entlang.

 


Jetzt ist es amtlich, die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Emanzipatorische Linke (Ema.Li) Niedersachsen wurde gegründet.

emanzipatorischelinke:

Glückwunsch!

Ursprünglich veröffentlicht auf emalinds:

Seit gestern ist es amtlich: Die LAG Emanzipatorische Linke Niedersachsen hat sich in Hannover gegründet. Im Freizeitheim Vahrenwald gaben sich die anwesenden GenossInnen eine Satzung und wählten den männlichen Teil des Koordinierungskreises. Herzlichen Glückwunsch an Fares Rahabi, Frank Kosching und Jörg Erlautzki (nicht im Bild, er war krank)! Gute Besserung an dieser Stelle allen Genossinnen und Genossen, die gestern krankheitsbedingt absagen mussten.DSCI2245DSCI2246DSCI2247DSCI2248DSCI2252DSCI2251

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Es kommt nicht darauf an, die Menschen ›von oben‹ herab zu belehren, sondern sie bei der ›Inventur‹ ihres Alltagsverstandes zu unterstützen

Gedanken zur Parteientwicklung der LINKEN, von Uwe Hirschfeld, in Luxemburg, Heft 2/2014.
Zu den erfolgreichen Glaubenssätzen des Neoliberalismus gehört, es gäbe keine Alternative. Selbstverständlich stimmt das nicht. Doch sollte man es sich nicht zu leicht machen. Tatsächlich sind die Alternativen schwach: Nicht dass es keine konkreten Ansätze gäbe, aber sie sind schwach in dem Sinne, dass sie kaum über diese konkrete Ebene hinauskommen. So diffus und schwammig auch die neoliberale Propaganda ist, so sehr präsentiert sie sich doch als Lösung aller Weltprobleme. Genau das geht linken, sozialistischen Alternativen ab. Ihnen fehlt seit etlichen Jahren der Bezug auf ein zusammenhängendes, zukünftiges Modell von Gesellschaft und Welt. Ihre Alternativen sind zwar die richtigen, aber eben nur richtiges Stückwerk.
Utopie hat daher einen schlechten Ruf. Wenn es keine Alternativen jenseits von Markt und Technik gibt, sind Utopien weltfremd und schlicht unrealistisch. Was die linken Kritiker zu bieten haben, bewegt sich in den bleiernen Gefilden der etwas demokratischeren, der etwas sozialeren, der etwas ökologischeren Vorstellungen. Wo dieses ›etwas‹ dann insgesamt hinführen soll, ist unklar. Was fehlt ist der ›große Wurf‹, die Vision einer ›menschlichen Gesellschaft‹ – über diese abstrakte Bestimmung hinaus. Dass dem so ist, hat Gründe, auch gute Gründe. In funktionierenden fordistischen Zeiten brauchte man nur die Vorzeichen zu wechseln und hatte, voilà, ein sozialistisches Modell. Da aber der Postfordismus lange unbestimmt blieb und sich der Neoliberalismus als nicht zukunftsfähig erweist, macht das Hantieren mit veränderten Vorzeichen angesichts brüchiger Orientierungen wenig Sinn. Hinzu kommen die historischen Lasten des autoritären Staats­sozialismus. Heute von einer Utopie des Sozialismus zu sprechen, basiert entweder auf einem unangerührten stalinistischen Starrsinn oder setzt ein hohes Maß an ideen- und realhistorischer Reflexion voraus, die im politischen Alltag kaum auffindbar ist, die aber unbedingt geleistet werden muss. Nur über eine solche (Selbst-)Kritik sind die Begriffe von der Welt aus einer herrschaftslegitimierenden Instrumentalisierung zu befreien. Ein weiterer Grund: Durch die Ablösung linker Intellektueller von den sozialen und politischen Kämpfen und vom gewöhnlichen Alltag gab es praktisch keine Zufuhr neuer oder aktualisierter utopischer Bilder mehr. Als Kernaufgabe der Wissenschaft galt die kritische Analyse, nicht die Erzeugung eines »Wärmestroms« (Bloch) an utopischen Bildern. So war das Feld den Idealbildern des Wirtschaftwunders, der Sozialpartnerschaft, dem Marktradikalismus, den Mächten der Warenästhetik und der Unterhaltungsindustrie überlassen.

Der ganze Beitrag ist hier online

Uwe Hirschfeld lehrt an der Evangelischen Hochschule Dresden mit den Schwerpunkten Politische Theorie, Bildung und Soziale Arbeit. Er ist Vertrauensdozent der Rosa-Luxemburg-Stiftung und der Hans-Böckler-Stiftung.

Das Heft 2/2014 der Luxemburg hat das Thema “Religion” (mehr).


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