Vortrag zu Erich Mühsam als Audiodokumentation

Das Berliner A-Radio konnte vor ein paar Tagen einen Vortrag zum anarchistischen Dichter und Revolutionär Erich Mühsam aufnehmen.
Diese Audiodokumentation (Länge: 59:40 min) könnt ihr nun exakt hier herunterladen oder sofort anhören.
Gehalten wurde der Vortrag von Janka Kluge im DemoZ in Ludwigsburg am 18. Juli 2014 anlässlich des 80. Todestages von Mühsam. Darin geht es um seine frühe Zeit, einschließlich seiner Reisen. Um seine Kontakte in der Münchner Literatenszene und den Einbruch des Ersten Weltkriegs. Seine Beteiligung an der Münchner Räterepublik und der Zeit im Gefängnis. Seine Arbeit für die Rote Hilfe und den Bruch mit derselben. Und schließlich um seinen Tod in den Händen der Nazis.

Auf der Website der Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen (FdA) findet ihr eine Auflistung anderer Termine zu Mühsam: http://fda-ifa.org/erich-muehsam/

Die Zeitschrift der Föderation, die Gaidao, hat eigens ein Extrablatt veröffentlicht: http://fda-ifa.org/gai-dao-extrablatt-nr-1/


NOLO – Magazin für freiwillige Selbstentgrenzung

Ursprünglich veröffentlicht auf Plattform libertärer Opportunisten:

Pünktlich zum Erich-Mühsam Fest 2014 kam die Sonderausgabe von NOLO aus der Druckerpresse. Alle Besucher des Festes wurden mit einem Exemplar der Zeitung beglückt, und im BAIZ liegen mittlerweile weitere Exemplare. Den Vertrieb über das BAIZ hinaus müssen wir in den nächsten Wochen noch organisieren, das dauert etwas … Diese Ausgabe von NOLO wurde von einer freien Autorengruppe erstellt (die auch bei der Ema.Li mitmachen), wie es weitergeht, werden wir in den nächsten Monaten hoffentlich entspannt diskutieren … und wer will, kann sich hier auch die elektrische NOLO Version als PDF runterladen (unten auf die 1. Seite klicken) und lesen … Obacht, 10 MB und im Berliner Zeitungsformat nicht ganz trivial, auf Papier gedruckt in den Händen liest sich das viel schöner!

NOLO Seite 1

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PM zum Mühsamfest am Samstag

…wird übrigens von der Ema.Li unterstützt. Wir haben auch einen Stand dort, also einfach hinkommen!

Erich Mühsam-Gedenkdemonstration in Oranienburg
Erich Mühsam-Fest in Berlin

Anlässlich des 80. Todestages von Erich Mühsam veranstalten linke Gruppen und Kulturinitiativen eine Demonstration und ein großes Fest.

„Sich fügen, heißt lügen“ ist eines der bekanntesten Zitate des Antifaschisten, Anarchisten und Freigeist Erich Mühsam. Unter jener Losung veranstaltet ein Bündnis linker Gruppen anlässlich seines 80.Todestages am Samstag, dem 12.Juli 2014 ab 13 Uhr eine Demonstration durch Oranienburg.

Am selben Tag ab 16 Uhr lädt ein breites Bündnis von Kulturinitiativen dann nach Berlin zum großen Erich Mühsam-Fest mit über 100 Kulturschaffenden auf mehreren Bühnen. Das Fest steht unter dem Motto “Menschen, laßt die Toten ruh’n und erfüllt ihr Hoffen!”

Am 10. Juli 1934, wurde Erich Mühsam von der SS im Konzentrationslager Oranienburg grausam ermordet. Mit einem Fest und einer Gedenkdemonstration soll an Mühsam als Menschen und an sein Wirken erinnert werden. Die vielschichtige Persönlichkeit Erich Mühsam ist dabei nur eine unter Unzähligen, die den Nationalsozialisten zum Opfer fiel. Die Demonstration wird darum auch den Widerstand gegen den NS in Oranienburg thematisieren, um diejenigen zu würdigen, denen bis heute ein personifiziertes stetiges Gedenken verwehrt bleibt.

Die Demonstration wird zudem die aktuellen Neonazistrukturen und rechte Gewalt in Oranienburg thematisieren. Martin Sonnenburg aus dem Vorbereitungskreis dazu: „Die Stadt in der Erich Mühsam von den Nazis umgebracht wurde ist heute Rückzugsraum für organisierte Rechte. Anstehende Eröffnungen von Asylunterkünften in Lehnitz und Gransee werden hier von der NPD gezielt instrumentalisiert. Dagegen werden wir am 12. Juli ein klares Zeichen setzen.“

Organisiert wird die Demonstration von antifaschistischen und anarchistischen Gruppen aus Berlin mit überregionaler Unterstützung. Die VeranstalterInnen erwarten 200 TeilnehmerInnen.Treffpunkt ist um 13 Uhr am Oranienburger Bahnhof. Auf einer Zwischenkundgebung am Mühsam-Gedenkstein und der Lagermauer des ehemaligen KZ Oranienburgs in der Berliner Straße 47 werden die Künstler Christoph Holzhöfer und Geigerzähler Lieder und Gedichte von Mühsam rezitieren.

Ab 16 Uhr findet dann auf dem Kulturareal „ZUKUNFT am Ostkreuz“ (Laskerstraße 5) in Berlin das große Erich Mühsam Fest statt.

Dieses Fest wurde 2001 erstmalig initiiert und wartet auch in diesem Jahr wieder mit zahlreichen Lesungen, Konzerten, Filmen und Podiumsdiskussionen auf. Dabei sind u.a.Outsourced Underground (Rapcore feat. Lena Stoehrfaktor, Tapete & guts Pie Earshot), The Incredible Herrengedeck (Chanson-Punk), das EingreiforchesterAnarchistische Musikwirtschaft und Liedermacher Manfred Maurenbrecher. Für die Podiumsdebatten zeichnen Jungle World, Verbrecher Verlag, VVN/BdA undKulturinitiative 89 verantwortlich.

Außerdem werden das kürzlich im Verbrecherverlag erschienene Erich Mühsam-Lesebuch „Das seid ihr Hunde wert!“ und die CD „Mühsamblues“, der Band Der Singende Tresen, mit neu vertonten Mühsam-Texten vorgestellt.

Die Initiatoren Manja Präkels & Markus Liske: „Obwohl es auf dem Fest auch wieder viel Original-Mühsam in Wort und Ton zu hören gibt, ist es das Ziel dieses Festes, den lebendigen Geist Mühsams zu feiern, Debatten und Künstlern ein Podium zu geben, die in mühsamscher Tradition stehen – für Freiheit, Gerechtigkeit und Kultur; gegen Oberflächlichkeit, politischen Dogmatismus und Sektiererei.“

Fest-Programm:http://kulturelleintervention.wordpress.com/programm/

Weitere Informationen / Kontakt:

Erich Mühsam-Fest: http://www.erichmuehsamfest.de/ liske@gedankenmanufaktur.net
Gedenk-Demo:http://erichmuehsam.antifa-nordost.org/| muehsamgedenken@riseup.net

 

Biographisches zu Erich Mühsam:

http://erichmuehsam.antifa-nordost.org/biographie/


Ob Texte das fds retten?

Ursprünglich veröffentlicht auf Plattform libertärer Opportunisten:

Im Vorfeld des außerordentlichen fds-Kongresses am kommenden Wochenende kommen jetzt die theoretischen Rettungsversuche der Denk-Plattform im Minutentakt. Wir dokumentieren hier mal die wichtigsten Papiere. Ihr könnt Euch selbst die Wichtigsten und Interessantesten raus suchen und Euch selbst ein Bild vom fragilen Strömungsriesen machen:

Download-Dokumente:

Wenn das alles nicht hilft, könnt Ihr ja immer noch in die Ema.Li eintreten…

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Zur Eröffnung der Mobilisierung für den Turiner Juli und den „Herbst der Kämpfe” der europäischen sozialen Bewegungen

Als Aktivist_innen der Interventionistischen Linken (D) und der Koalition der Sozialen Zentren (I) sind wir uns schon auf vielen Straßen und Plätzen überall in Europa begegnet. Zusammen mit anderen haben wir begonnen, unsere Diskussionen und unsere Kämpfe über die nationalstaatlichen Grenzen hinaus auf eine transnationale Perspektive zu öffnen. Selbstverständlich greifen wir dabei auf den Internationalismus zurück, den wir so, mit all‘ seinen Erfolgen und mit all‘ seinen Niederlagen, zu unserem gemeinsamen Erbe machen.

Die Rolle der Linken in den Bewegungen der Plätze und den Kämpfen für Demokratie hat heute schon neue Verhältnisse und Beziehungen geschaffen. Die assambleas, die Plattformen der Solidarität und die sozialen Netzwerke sind Versuche, die Zentren der Macht aufzulösen und eine neue gemeinsame Existenz zu schaffen, sie hauchen unseren Kämpfen neues Leben ein. Indem wir lernen, die dabei gewonnenen Erfahrungen in unsere Fantasie und in unsere Praktiken zu übersetzen, beziehen wir uns schon auf Europa als auf unseren gemeinsamen Horizont.

Die Krise fordert uns heraus, uns als Linke erneut für eine wirkliche gesellschaftliche Transformation einzusetzen. Seit sich unsere Wege während der Frankfurter Blockupy-Tage des Jahres 2012 gekreuzt haben, verspüren wir das dringende Bedürfnis, mit neuen Formen der sozialen und politischen Zusammenarbeit zu experimentieren, einem Austausch, der uns ermöglichen soll, unsere militante Subjektivität konstitutiv in eine europäische Perspektive einzubringen. Aufbauend auf gemeinsamen Erfahrungen, zu denen viele andere beitragen haben, legen wir hier einen ersten Versuch vor, die Punkte zusammenzubringen, über die wir uns weiter verständigen wollen, untereinander und mit Allen, die sich daran beteiligen wollen. Eine transnationale Perspektive als Raum, um Atem zu holen.

Unser Sprung in die Transnationalität kann als die Folge von sieben Jahren der Krise verstanden werden, besser gesagt: als die Folge der Jahre, in denen der Finanzkapitalismus selbst zu einer einzigen Krise geworden ist. Obwohl die Krise systemisch ist, hat sich gezeigt, dass sie den Kapitalismus nicht zum Kollabieren bringt. Die Krise ist eine ökonomische und eine ökologische Krise. Sie ist eine Krise der gesellschaftlichen Reproduktion: der Energiequellen und -versorgung, der Nahrungsmittelproduktion und des Konsums überhaupt. Alle diese Aspekte der Krise müssen wir in Rechnung stellen, wenn wir die Totalität der alten wie der neuen Formen kapitalistischer Ausbeutung bekämpfen wollen.

Obwohl die Krise ganz offensichtlich eine globale Krise ist, breitet sie sich auf dem Planeten in ganz unterschiedlichen Weisen aus, ist sie in ganz verschiedener Gestalt zur vielfältig „territorialisierten“ Krise geworden. Im Horizont Europas tritt sie uns als „Euro-Krise“ entgegen. Dabei ist der europäische Horizont selbst äußerst widersprüchlich und komplex. Ohne das hier in aller Tiefe analysieren zu können, wollen wir doch einige der Konsequenzen benennen, die wir daraus zu ziehen haben. In dem Maß, in dem Europa als Ganzes nach wie vor von der Ausbeutung des globalen Südens profitiert, fügt sich das Krisenmanagement der kapitalistischen Oligarchien in Europa zu einer umfassenden Restrukturierung der gesellschaftlichen Organisation der Arbeit und der Verteilung des gesellschaftlich produzierten Reichtums. Dabei wird der extraktive Charakter der herrschenden Produktions- und Reproduktionsweise weiter verstärkt und gegen eine gesellschaftliche Kooperation in Stellung gebracht, die im selben Zug ein deutlich höheres Vermögen zur Selbstbestimmung, zur Autonomie gewonnen hat. In diesem Angriff auf die Gesellschaftlichkeit als solche liegt der Kern dessen, was die Oligarchien „Austeritätspolitik“ nennen.

Den Text DIE EUROPÄISCHE KOMMUNE auf der website der Interventionistischen Linken, die ihn mitverfasst hat, weiterlesen (Text als PDF-Dokument).


Gesellschaftskritik und emanzipierte Lernprozesse im flexibilisierten Kapitalismus

2559407f22»Bildet euch, denn wir brauchen all eure Klugheit. Bewegt euch, denn wir brauchen eure ganze Begeisterung. Organisiert euch, denn wir brauchen eure ganze Kraft.« (Gramsci) Bildung soll demnach mehr als nur ein Steigbügelhalter für eine gelungene Karriere sein. Sie soll den Menschen dazu befähigen, ein emanzipatives, auf Eigenständigkeit beruhendes Leben zu leben. Damit einher geht das Hinterfragen von Macht- und repressiven Strukturen. Wie ein »linkes« Verständnis von Bildung aussehen kann, skizzieren die Autor_innen des von Marcus Hawel und Stefan Kalmring herausgegebenen Buches Bildung mit links! Denn Menschen sollen nicht bloß Füllmaterial für das Stopfen von alarmistisch ausgerufenen Notstandsmeldungen zum »Fachkräftemangel« sein. Die Autor_innen leisten damit einen wertvollen Diskussionsbeitrag zur ständig schwelenden Bildungsdebatte.

Marcus Hawel / Stefan Kalmring (Hrsg.): Bildung mit links! Gesellschaftskritik und emanzipierte Lernprozesse im flexibilisierten Kapitalismus (Eine Veröffentlichung der Rosa-Luxemburg-Stiftung)
200 Seiten | Mai 2014 | EUR 16.80 | ISBN 978-3-89965-597-1 | VSA-Verlag | Hamburg 2014

Leseprobe incl. Inhaltsverzeichnis als PDF


Fünfzehn Thesen zu Feminismus und Post-Gender

Keine Sorge. Die sind nicht von uns. Die Thesen. Sondern von Antje Schrupp. Und auch nicht aktuell. Sondern von 2010. Schrupp dürfte einer bekanntesten feministischen Bloggerinnen sein (Blog “Aus Liebe zur Freiheit. Notizen zur Arbeit der sexuellen Differenz“) und hat bei twitter (https://twitter.com/antjeschrupp) weit mehr Follower als Bodo Ramelow. Für Antje Schrupp geht es nicht um Lobbyarbeit für Fraueninteressen, sondern um eine Welt, in der gutes Leben für alle Menschen möglich ist. www.diestandard.at hat jetzt die 15 Thesen nochmals dokumentiert:

These 1
Der wichtigste Punkt rund um das Thema “Gender“ hat nichts mit Frauen zu tun, sondern ist die Kritik an der Sich-zur-Normsetzung des Männlichen. Frauen kommen allerdings insofern ins Spiel, als Feministinnen die ersten waren, die dieses Sich-zur-Norm-Setzen des Männlichen hinterfragt haben.

These 2
Der Einwand, dass Geschlechtsklischees generell abzulehnen sind, ist zwar richtig, kann aber leicht vom eigentlichen Punkt ablenken: Kein anderes Geschlecht als das Männliche hat sich jemals zur Norm gesetzt. Wobei “das Männliche“ nicht identisch ist mit “den Männern“. Es gab schon immer Männer, die diese patriarchale Ordnung kritisiert haben, und Frauen, die sie unterstützt haben.

These 3
Das wesentliche Merkmal des Patriarchats war nicht, Frauen und Männern bestimmte Klischees zuzuschreiben, sondern Differenzen unter Menschen (vor allem, aber nicht nur die Geschlechterdifferenz) hierarchisch im Sinne von “normal“ und “defizitär“ zu interpretieren. Also nicht: “Männer sind so“ und “Frauen sind so“, sondern “Männer sind normale Menschen“ (in vielen Sprachen gibt es für beides sogar nur ein Wort) und “Frauen sind eine defizitäre Sorte von Menschen“ (wenn überhaupt). Dies bildet die Folie, vor der dann auch andere Unterschiede (Hautfarbe, sexuelle Orientierung, Alter usw.) an einer angeblichen Norm gemessen und somit hierarchisiert werden konnten.

Alle Thesen hier entlang.


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