Veröffentlicht: Juni 17, 2013 | Autor: emanzipatorischelinke | Einsortiert unter: Macht ohne Herrschaft, Positionen | Tags: Anarchismus |
Torsten Bewernitz rezensiert in der anarchosyndikalistischen Zeitung Direkte Aktion das Buch Triple A – Anarchismus, Aktivismus, Allianzen. Kleine Streitschrift für ein Upgrading von Oskar Lubin (Edition Assemblage, Münster 2013, 104 Seiten, Preis: 9,80 EUR. Er schreibt: “Fallen wir ruhig mal mit der Tür ins Haus, denn der Aufschrei ist vorprogrammiert: Im achten Abschnitt seiner Streitschrift fordert Oskar Lubin „solange das Parteiensystem besteht, eben trotz Stasi-Vergangenheit vieler Führungskader die Zusammenarbeit mit der Partei Die Linke zu suchen, wenn es um die Abschaffung von Hartz IV und anderer neoliberaler Zumutungen oder um die Durchsetzung der Vermögenssteuer geht“.
Das sind Töne, die man aus spezifisch anarchistischen Publikationen selten hört. Und Oskar Lubins Triple A – Anarchismus, Aktivismus, Allianzen ist sehr spezifisch anarchistisch. Der Autor baut seine gesamte Argumentation ausschließlich auf anarchistischen Schriften und Diagnosen auf. Wie kann man dann, so werden nicht wenige fragen, um Himmels Willen auf die Idee kommen, mit der Linkspartei zusammenzuarbeiten? Ist das nicht schon bei der Russischen Revolution, bei der deutschen Revolution, bei der Spanischen Revolution … schiefgegangen?! Den Rest des Beitrags lesen »
Veröffentlicht: Juni 15, 2013 | Autor: emanzipatorischelinke | Einsortiert unter: Positionen | Tags: DDR, Generationen |
Die “3te Generation Ost” ist eine 2011 in Berlin gegründete Initiative junger Ostdeutscher. Sie verfolgt das Ziel, das Reden und Schreiben über Ostdeutschland und DDR-Vergangenheit in neue Bahnen zu lenken und es dabei explizit um die Perspektive derjenigen zu bereichern, die lediglich ihre Kindheit in der DDR verbrachten. Diese “Generation” der zwischen 1975 und 1985 in der DDR Geborenen zeigt nun verstärkt ein Bedürfnis, eigene Erfahrungen und Sichtweisen auf den Transformationsprozess zu artikulieren und für den gesamtdeutschen Diskurs fruchtbar zu machen. Der Impuls zur Gründung der “3ten Generation” entsprang, wie die Initiatoren und Herausgeber des Buches im Vorwort betonen, einer latenten Unzufriedenheit über den öffentlichen Umgang mit der DDR-Vergangenheit und dem medial vermittelten Bild Ostdeutschlands. Insbesondere Letzteres erschien vom eigenen Erleben und den ostdeutschen Realitäten zu weit entfernt, um echtes Verständnis und eine gesellschaftliche Weiterentwicklung zu ermöglichen. Um hier Abhilfe zu schaffen, sollen, so die Hoffnung von “3te Generation Ost”, zukünftig ostdeutsche Binnenperspektiven aktiver zur Sprache gebracht werden. So könne unter neuen Vorzeichen ein ost-west-deutscher Dialog angekurbelt werden, der sich derzeit auf eingefahrenen Gleisen bewege. Den Rest des Beitrags lesen »
Veröffentlicht: Juni 14, 2013 | Autor: emanzipatorischelinke | Einsortiert unter: Positionen | Tags: Ökologie, Transformation, Umbau, Utopie |
Kooperation, Gleichheit, Planung, Produzent_innen der Dinge, des Geistes und des Gemeinwohls – die Stichworte aus dem Inhaltsverzeichnis von “Rotes Grün” machen Lust zum Lesen. Es transportiert die Ahnung, dass ein moderner, ökologischer Sozialismus heute möglich ist. Hans Thie, Wirtschaftsreferent der Fraktion DIE LINKE im Bundestag, hat im Anschluß an die von ihm mitgestaltete Kampagne “Plan B” der Bundestagsfraktion nun ein Buch über “Pioniere und Prinzipien einer ökologischen Gesellschaft” geschrieben. Da er dies im Auftrag der Rosa-Luxemburg-Stiftung tat und diese sich gegenüber dem VSA-Verlag durchsetzen konnte, ist die Veröffentlichung nun gleichzeitig als Buch und unter Creative Commons veröffentlicht. Das 176 Seiten umfassende Buch ist hier als PDF online. Eine ausführliche Besprechung bleibt vorbehalten.
[UPDATE] Ökologische Revolution jenseits von Technik und Moral – Sattes Grün verlangt kräftiges Rot Artikel von Hans Thie im ND vom 15. Juni 2013.
Veröffentlicht: Juni 13, 2013 | Autor: emanzipatorischelinke | Einsortiert unter: Kontakt und mitmachen |
Liebe Mitglieder der Ema.Li,
liebe Interessierte,
wir möchten Euch herzlich zu unserer kommenden Bundesmitgliederversammlung einladen. Sie findet am Samstag, 6. Juli 2013, in Potsdam statt. Dort treffen wir uns in der Landesgeschäftsstelle der Linken in der Alleestraße 3.
Als Tagesordnung schlagen wir Euch Folgendes vor:
11.00 Begrüßung und Formalia
11.30 Rechenschaftsbericht mit Aussprache
12.30 Satzungsänderung
13.00 Pause
14.00 Zukunft der Ema.Li bis 2015 mit Debatte
15.30 Wahl des Ko-Kreises
17.00 Verschiedenes und Schlusswort
17.30 Verbindliches Ende
Bitte überlegt Euch vor allem, ob Ihr für den Ko-Kreis kandidieren wollt.
Und hier kommen die Daten zur Örtlichkeit: Landesgeschäftsstelle der Linken Brandenburg, Alleestraße 3 in 14469 Potsdam. Hin kommt Ihr vom Potsdamer Hauptbahnhof mit den Straßenbahnen der Linien 92 und 96 Richtung Kirschallee bzw. Bornstedter Feld. Ihr fahrt bis zur Haltestelle Rathaus, lauft dann ein Stück Richtung Alexandrowka geradeaus und biegt dann in die Alleestraße rechts ein. Eine Karte findet Ihr
hier. Übernachtungsmöglichkeiten haben wir diesmal nicht reserviert. Diese sind in Potsdam und Berlin allerdings zahlreich und teilweise auch sehr preisgünstig zu haben, z.B. auch in
unmittelbarer Nähe.
Zu den Formalia: Stimm- und wahlberechtigt ist jedes Mitglied der Ema.Li. Wir sind bislang immer etwas locker mit der Mitgliedschaft umgegangen. Das hieß z.B., dass man noch während einer Versammlung Mitglied werden und sich damit ein Stimmrecht erwerben konnte. Diesmal soll ein Beitritt samt sofortigem Stimmrecht nur bis zum Beginn des ersten Tagesordnungspunktes möglich sein.
Veröffentlicht: Juni 3, 2013 | Autor: emanzipatorischelinke | Einsortiert unter: Redaktionelle Beiträge |
So war es nicht!
Gegen die Ausgrenzung gesellschaftlicher Opposition durch Polizei und Teile der Medien
Wir, politisch und sozial aktive Menschen aus dem Rhein-Main-Gebiet und TeilnehmerInnen der Demonstration des Blockupy-Bündnisses am 01.06.2013 in Frankfurt am Main, sehen uns angesichts der Darstellung der Polizei und ihrer teilweise immer noch unkritischen Verbreitung zu einer Stellungnahme veranlasst.
Wir widersprechen den Klischees, wonach die Polizei durch einige „Chaoten“ und „Randalierer“ gezwungen gewesen sei, Maßnahmen zur Herstellung von öffentlicher Ordnung, Gesetz und Sicherheit zu ergreifen. Auch wenn sich erfreulicherweise einige Tageszeitungen diesem Tenor nicht anschließen, entsteht vor allem durch Verlautbarungen der Polizei und deren unkritische Verbreitung in Teilen der Öffentlichkeit doch wieder dieses Bild. Aber es entspricht nicht den Tatsachen.
Wir, die VerfasserInnen und UnterzeichnerInnen dieses Briefes, haben an unterschiedlichen Orten an der Demonstration teilgenommen und über Stunden das Geschehen direkt verfolgt und teilweise dokumentiert.
Wir halten fest:
- Der „schwarze“ Block war bunt.
- Die „Vermummung“ bestand vor allem aus Sonnenbrillen und Regenschirmen.
- Der unmittelbare Vorwand der Einkesselung von über 1000 Personen über insgesamt 9 Stunden war das Abbrennen von 3 bengalischen Feuern.
- Der Vorwurf der „passiven Bewaffnung“ ist aberwitzig und – wie Urteile aus Berlin bereits zeigen – unendlich dehnbar. Schon der Ausdruck „passive Bewaffnung“ verdreht die Tatsachen: ein Styropor-Schild beispielsweise ist ein Schutz, keine Waffe.
- Im Blockupy-Bündnis bestand erklärtermaßen Konsens, dass von den DemonstrantInnen keine Eskalation ausgehen sollte – entsprechend verhielten sich die DemonstrantInnen, und zwar sowohl außerhalb wie innerhalb des Polizeikessels.
- Dagegen war das Verhalten vieler PolizistInnen in hohem Maße übergriffig und unmittelbar körperverletzend.
- Polizeitrupps sind mehrfach (wie auch schon am Vortag) in die stehende Menschenmenge hineingestürmt und haben DemonstrantInnen überrannt und niedergeworfen.
- Vor unseren Augen ist Menschen ohne Vorwarnung, ohne Beteiligung an einer Rangelei o.ä. und ohne, dass eine Gefahrensituation vorgelegen hätte, Pfefferspray aus unmittelbarer Nähe direkt ins Gesicht gesprüht worden (über die Erblindungsrate der Pfefferspray-Wirkung wird derzeit diskutiert).
- Vor unseren Augen sind wehrlose DemonstrantInnen misshandelt worden, indem ihnen bspw. der Kopf nach hinten gezogen und Mund und Nase zugehalten worden ist. Einige brachen daraufhin zusammen. Sie sind nur Dank der Initiative von TeilnehmerInnen der Demonstration versorgt worden.
- Vor unseren Augen ist Menschen, die an Armen und Beinen zur Personalienfeststellung davon getragen wurden, von den sie tragenden Polizisten in die Seite und in den Unterleib getreten worden.
- Vor unseren Augen wurde Menschen der Hals verdreht und die Arme verrenkt..
- Vor unseren Augen erhielten Menschen, die sitzenblieben, als sie von der Polizei aufgefordert wurden, aufzustehen, ohne Vorwarnung Faustschläge mit Protektorenhandschuhen ins Gesicht.
- Die so vorgehenden PolizistInnen waren vermummt und insgesamt gibt es weder Namens- noch Nummerkennzeichnungen, so dass weder die Betroffenen noch wir als ZeugInnen die Möglichkeit hatten, diejenigen PolizistInnen zu identifizieren, die brutale körperliche Gewalt gegen Personen offenbar für ihre Dienstaufgabe halten.
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Veröffentlicht: Mai 23, 2013 | Autor: emanzipatorischelinke | Einsortiert unter: Über uns, Redaktionelle Beiträge |
„Heaven is a place, where nothing ever happens” Talking Heads
„Wir werden auch die Balance finden müssen, ein neues Projekt zu beginnen, ohne uns dadurch zusätzlich zuzukoffern und zu jenem Lebensstil beizutragen, der parteipolitische Aktivität für viele so unattraktiv macht. Wir wollen das Risiko eines solchen Versuchs eingehen. Das möchten wir gemeinsam tun.“ Aus dem Basispapier der Emanzipatorische Linken (Ema.Li): Anders leben, anders arbeiten, anders kämpfen – Für eine emanzipatorische Linke
Vor vier Jahren, am 23. Mai 2009, wurde die Emanzipatorische Linke formal als Strömung in und bei der Partei DIE LINKE gegründet, im schönen Haus der Demokratie und Menschenrechte in Berlin, das Kind hat heute also Geburtstag. Na dann “Prost”! … Alles wird gut!
Veröffentlicht: Mai 11, 2013 | Autor: emanzipatorischelinke | Einsortiert unter: Redaktionelle Beiträge |
Dominic Heilig vom Parteivorstand der Linken hat einen interessanten Vorschlag in den Ring geworfen: Die Linke möge sich für die Gründung einer neuen Internationale stark machen. Hintergrund sind die (neuerlichen) Auflösungserscheinungen in der II. Internationale. Dort hat die SPD jüngst ihren jährlichen Mitgliedsbeitrag von 100.000 auf 5000 Pfund reduziert. Die SPD als größter Beitragszahler der Sozialistischen Internationale dürfte dem Bündnis damit einen empfindlichen Schaden zugefügt haben. Gleichzeitig möchte Sigmar Gabriel die bereits als Kopfgeburt bestehende “Progressive Alliance” stärken – ein Konkurrenzprojekt zur Sozialistischen Internationale.
Auslöser des Ganzen war die plötzlich publik gewordene Mitgliedschaft der Parteien nordafrikanischer Despoten in der Sozialistischen Internationale. Neben Gabriel fanden sich auch so illustre Gestalten wie Hosni Mubarak oder der tunesische Staatschef Ben Ali.
Der Neuanfang der “Progressive Alliance” soll pompös beim hemmungslosen und kritiklosen Abfeiern der eigenen Geschichte zum 150-jährigen Bestehen der SPD (bzw. ihrer Vorläufervereine) am 22. Mai 2013 in Leipzig begangen werden.
Wer bislang dachte, die Sozialistische Internationale hätte sich im August 1914 aufgelöst, ist nun eines Besseren belehrt. Der Laden existiert noch immer und hat zumindest bis vor Kurzem noch den Anspruch auf das Siegertreppchen der Geschichte hochgehalten. Was ist nun vom Vorschlag zu halten, (wieder einmal) eine Gegengründung aus der Taufe zu heben? Nach der Kommunistischen Internationale und dem antistalinistischen Nachfolger dürfte das dann der fünfte Versuch sein, mal ganz abgesehen vom linkssozialistischen Londoner Büro, der EL oder diversen Scheinexistenzen einer Fünften Internationale in den Hirngespinsten trotzkistischer Freikirchen. Ein sinnvoller Vorschlag? Eine Totgeburt? Überflüssig? Die Kommentarspalte ist offen.
Wir dokumentierten hier einen kurzen Beitrag aus dem Neuen Deutschland:
Linken-Politiker Heilig für Gründung neuer Internationale
Linkspartei solle Initiative für weltweiten Zusammenschluss linker, progressiver, feministischer und sozialistisch-ökologischer Kräfte ergreifen
Berlin (nd). Die Linkspartei soll nach Ansicht ihres Vorstandsmitglieds Dominic Heilig die Initiative zu einem neuen globalen Zusammenschluss linker Kräfte ergreifen. »Die Entwicklung des Kapitalismus weltweit, die sich immer schneller drehende Spirale von Ausbeutung, Krisen und Kriegen verlangt geradezu von der Linken nach einer Bündelung ihrer Kräfte«, sagte Heilig dem »neuen deutschland«.
Auch angesichts der Entwicklungen in der Sozialistischen Internationale, die mit der von der SPD vorangetriebenen Gründung der Ersatzorganisation »Progressive Alliance« faktisch vor der Auflösung stehe, sei es »an der Zeit linke, progressive, feministische und sozialistisch-ökologische Kräfte weltweit zusammen zu bringen«, so der Politiker weiter.
»Der Weg für eine wirkliche Internationale führt über den Dialog«, sagte Heilig. Die Linkspartei als eine der stärksten linken Kräfte in Europa sollte dafür gemeinsam mit ihren internationalen Partnern den Startschuss geben. Ein neuer internationaler Zusammenschluss dürfe allerdings nicht auf Parteien beschränkt bleiben, so der Politiker weiter. »Die Europäische Linkspartei, das Foro Sao Paolo, soziale und andere regionale Zusammenschlüsse, wie die Bürgerbewegungen in den Favelas Südamerikas sind hier ein wichtiges Fundament, auf dem nun aufgebaut werden kann.«